(Square One Entertainment/ Universal Film) Keanu Reeves, der Megastar der 90er Jahre (Speed, Matrix, Gefährliche Brandung) und frühen 2000er Jahre (noch mehr Matrix, Constantine etc.) hat sich in den letzten Jahren schwer getan im Filmbusiness. Bis mit John Wick (2014) ein Actionkracher par excellence die große Leinwand heimsuchte und ihm ein Comeback bescherte, welches er nun auszunutzen versucht. Zusammen getan hat er sich mit Eli Roth, der in seiner filmischen Vita nicht gerade mit Zurückhaltung punktet, wie Hostel 1 & 2 als auch Cabin Fever bewiesen haben. Da sich Herr Roth aktuell eher an Drehbüchern (Aftershock, The Man With The Iron Fists) oder Produktionen (Der letzte Exorzismus) beteiligt hat, ist es spannend zu sehen, wie die neue Regiearbeit namens KNOCK KNOCK mit dem Zugpferd Keanu Reeves in der Hauptrolle funktioniert. Inhaltsangabe von KNOCK KNOCK: Evan Webber (Keanu Reeves) ist in einer glücklichen Ehe und zweifacher Familienvater. Seine Frau und seine beiden Kinder lassen ihn wegen eines geplanten Wochenendausflugs alleine, um ihn in Ruhe arbeiten zu lassen. Vertieft in seine Arbeit, bei guter Musik und abgeschottet vom außerhalb wütenden Starkregen klopft es plötzlich nachts an der Eingangstür. Davor stehen klatschnass und verzweifelt Genesis (Lorenza Izzo) und Bel (Ana De Armas), die Evan um Hilfe bitten, da sie sich erstens in der Gegend nicht auskennen, zweitens das Handy nicht funktioniert und drittens durchgefroren sind. Die Nacht und der darauffolgende Tag nehmen ob dieser Konstellation einen verhängnisvollen Verlauf. Man kann das Genre wohl Home-Invasion-Thriller nennen, wobei etwas Erotik auch noch zum Zuge kommt. In diesem Remake des Films Death Game aus dem Jahr 1977 kommen alle Klischees zum Tragen, die diese Sparte ausmacht. KNOCK KNOCK hat von der FSK die Freigabe ab 16 bekommen, was für einen Eli Roth-Film schon bemerkenswert genug ist. Allerdings sind die Gewaltspitzen ziemlich rar gesät und entsprechen auch nicht gerade einem großen Innovationswillen. Leider kratzt die Qualität des Gezeigten in meinen Augen höchstens am Mittelmaß. Spannung kommt eigentlich nur vereinzelt auf. Die Anfangsphase (ca. 45 Minuten) schleppt sich mit nichtssagenden Dialogen und einer ungewollt unspannenden Bedrohungsankündigung dahin. Die Charaktere der weiblichen Invasoren Genesis und Bel sind nicht nur unsympathisch (was ja noch nachvollziehbar erscheint), sondern leider extrem nervig/kreischig. Keanu Reeves spielt seinen Stiefel gekonnt, aber auch irgendwie lustlos herunter (freue mich auf John Wick 2, in dem er wieder zeigen kann, was in ihm steckt). KNOCK KNOCK möchte vielleicht gar nichts anderes sein, als ein kleiner fieser Thriller. Aber es gibt diesen Bereich zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Wenn man realistisch bewerten möchte/muss, ist KNOCK KNOCK ein leidlich okayer B-Thriller, der mehr Erwartungen schürt, als er letztendlich einhalten kann. Knock_Knock_Szenenbilder_02.300dpiIn UK ist der Film direkt als BluRay/DVD Auswertung in den Handel gekommen. Im Kino könnte die Gefahr bestehen, dass man sich ärgert, weil man diesen Low-Budget Flick mit dem Bezahlen des teuren Eintritts und seiner wertvollen Zeit gewürdigt hat. 2 enttäuschte Blitze. 2-Blitz Kinostart: 10.12.2015 (Plakat und Szenenbild © SquareOne/Universum)