(Svart Records) Namedropping ist ja irgendwie öde, aber wem laufen denn bitte bei Church Of Misery, The Order Of Israfel, Horisont und Miasmal erstmal nicht die Geiferfäden aus dem Mund? Alles Bands, deren musikalische Klasse außer Frage steht, die teilweise sogar Kultstatus genießen. Und in denen Mitglieder von NIGHT VIPER aus Göteborg aktiv sind oder waren. Mit Classic- oder Doom-Rock hat die Musik, die die drei Herren plus Dame auf ihrem selbstbetitelten Debüt abliefern, allerdings wenig zu tun. Der Retro-Stempel passt trotzdem. Retro wegen der knochentrockenen, aber auch wunderbar analog-warmen Produktion. Und retro, da NIGHT VIPER ebenfalls in der Vergangenheit schwelgen. Anstatt mit der Zeitmaschine bis in die 70er (oder gar 60er) durchzurauschen, werfen die Schweden aber bereits in den frühen 80ern den Anker und zelebrieren rockigen, dreckigen schnellen Thrash’n’Roll. Beispiele? Z.B. der Titeltrack und Opener oder das folgende 'The Hammer' mit seinem 1a Thrash-Riffing der Marke Metallica zu "Kill’em All" (oder vielleicht noch knapp "Ride The Lightning"). Noch offensichtlicherer wird es bei dem düster und theatralisch beginnenden 'Curse Of A Thousand Deaths', welches nach der Hälfte in eine wunderbare Melange aus den Horsemen und Mercyful Fate mutiert. 'Warrior Woman' überzeugt mit seinem doomigen Intro, 'Never Be Enslaved' begeistert mit Twin-Leads, die diese eine Band aus England, die mit diesem lustigen Maskottchen, auch nicht besser hätte schreiben können. Leider schleichen sich zu den ohne Zweifel vorhandenen Killersongs aber auch die verschmähten Filler ein. Nicht jedes Riff ist ein Volltreffer, nicht jede Hookline fräst sich direkt in die Hirnrinde. Und Sofie Lees leicht bluesig angehauchter Gesang hätte spitze zum nächsten Classic-Rock Projekt gepasst, bei dem recht ruppigen Material von NIGHT VIPER finde ich ihn eher irritierend. NightViper-by-svart Vieles richtig gemacht, aber bei weitem nicht perfekt. Freunde thrashiger Sounds oder eher kauziger Metal-Sounds sollten trotzdem ein Ohr riskieren. Album-VÖ: 04.12.2015 (Photo courtesy of Svart Records)