(RCA / Sony)

Das Alternative Quartett aus Kenntucky schickt sich an, zum Ende des Kalenderjahres 2015, ihren mit Spannung erwarteten Nachfolger des Erfolgs- und Hitalbums "Melophobia" zu veröffentlichen. Produziert wurde das neue Werk von keinem geringeren als Dan Auerbach, Mastermind hinter The Black Keys, und das hört man auch.

Das Besondere an “Tell Me I’m Pretty“ ist, dass einige der Songs beim ersten Take eingespielt wurden, um die direkte Live-Energie der Gruppe auch auf den Aufnahmen zu spüren. Beim Opener 'Cry Baby' kommt diese Energie zwar erst zum Ende des Songs zum Tragen, aber wenn man sich erst einmal reingehört hat, bleibt das Album ab diesem Zeitpunkt auf einem wunderbar hohen Niveau. Das entspannt rockende 'Mess Behind' vereint Coolness und Catchyness wie es im Indierock schon lange keiner der Genrekollegen mehr hinbekommen hat. Eine ordentliche Portion Arctic Monkeys bekommt man mit dem Stück 'Sweetie Little Jane'. Dabei ist es fast nicht zu glauben, dass die Song-Zutaten aus einem musikhistorischen Jahrzehnt hier so frisch klingen können. So gelingt es CAGE THE ELEPHANT ein Highlight nach dem anderen hinzulegen. Die Single 'Too Late To Say Goodbye', der 60ies-Rocker 'Cold Cold Cold' oder das melodiöse 'Trouble'. Alle Songs wissen zu gefallen, ohne sich selbst zu kopieren. Und das gelingt wirklich über die komplette Albumlänge.

Damit liefern CAGE THE ELEPHANT bereits ihr viertes Album ab, ohne sich auch nur einen Ausrutscher erlaubt zu haben. Es bleibt somit zu hoffen, das die Band auch bald hierzulande die Aufmerksamkeit erfährt, welche sie sich inzwischen mehr als verdient hat. Im Supportschatten der Foo Fighters oder der Queens Of Stone Age müssen sich die vier Musiker nun wirklich nicht mehr aufhalten.

CAGE THE ELEPHANT by Pooneh Ghana Eins steht in jedem Fall fest, CAGE THE ELEPHANT werden mit diesem Album zum Ende des Jahres nochmal den ein oder anderen Musik-Jahrespoll gehörig durcheinander wirbeln. 5 von 6 Blitzen. VÖ-Datum: 18.12.2015 (Photo by Pooneh Ghana)