(Relapse Records) "Serpent Temptation"? Da war doch was…" mag so manch Headbanger im fortgeschrittenen Alter denken. Und richtig: 1988 wurde "Serpent Temptation" erstmals veröffentlicht. Als Incubus rotzten die Howard-Brüder damals neben ihrem Debüt auch noch das Götterwerk "Beyond The Unknown" (sogar auf Nuclear Blast) raus, bevor man sich vorerst aus der Öffentlichtkeit zurückzog. Als man Jahre später einen zweiten Anlauf wagte, war der Name Incubus leider von einer seichten New-Rock/-Metal Combo besetzt. Aus Angst im Falle eines verlorenen Rechtsstreits auf den Kosten sitzen zu bleiben, machte man von nun an unter dem Namen OPPROBRIUM weiter. Logischerweise prangt auch der neue Schriftzug auf der nun erscheinenden "Serpent Temptation"-Reissue auf Relapse. Was den Rest des Artworks angeht und auch musikalisch haben wir es allerdings mit der Version von 1988 zu tun. Um die Sache nämlich noch komplizierter zu machen, gibt es "Serpent Tempation" noch in einer alternativen Version. Zwar auch als Incubus eingespielt, aber mit anderem Artwork und deutlich entschärften Texten, erschienen 1996 auf Radiation Records. Relapse haben aber mit ihrer Entscheidung, sich bei der Wiederveröffentlichtung an die Originalversion zu halten, alles richtig gemacht. "Serpent Temptation" ist ein absolutes Juwel des ultra-brutalen, an der Grenze zum Death-Metal wandelnden Thrash. Bereits der Opener 'Battle Of Armageddon' bietet heftigste Grooves, derbstes Double-Bass Geballer und wüstes Geprügel in Perfektion. Die Übergänge von Highspeed zu brutalem Midtempo reissen dem geneigten Headbander förmlich den Schädel ab. Sänger Scott Latour shoutet wirklich ultra-aggressiv, zur Auflockerung gibt es hier und da ein kurzes Gitarrensolo, der Aggro-Level bleibt aber bei jedem Song extrem hoch. Anspieltipps? Alles. OPPROBRIUM lieferten bereits 1988 den Sound, den Götterbands wie Demolition Hammer, Malevolent Creation oder Solstice erst Jahre später populär machen sollten. Danke Relapse ist dieses Juwel des Endachtziger-Brutalo-Sounds nun wieder zu humanen Preisen erhältlich (wie auch schon die Alben von Num Skull oder Morbid Saint). Die LP-Version entspricht der Tracklist des Originals, auf der CD befindet sich noch das "Supernatural Death"-Demo als Bonus. Für Fans der richtig harten Sounds absoluter Pflichtkauf. Album-VÖ: 15.01.2016