(Nuclear Blast) Die schwedische Band WITCHCRAFT meldet sich nach 4 Jahren mit ihrem langersehnten 5. Album "Nucleus" zurück. Zum neuen Album wechselte Mastermind Magnus Pelander nicht nur die gesamte Mannschaft aus, sondern verkleinerte das ganze Ensemble von drei auf zwei Mitstreiter, sodass er nun zusätzlich zum Gesang auch wieder selbst in die Gitarrensaiten schlägt. Seit ihrem gefeierten Vorgängeralbum "Legend" bin ich Fan von WITCHCRAFT und durch die bereits veröffentliche erste Single 'The Outcast' lechzte ich nach weiteren Songs. Bereits nach dem ersten Gesamtdurchlauf konnte ich sagen, dass meine extrem hohen Erwartungen an die Scheibe mehr als erfüllt wurden. Was für eine Macht! Von der ersten Sekunde des zarten Intros in 'Malstroem', welches mit Akkustikgitarre und Querflöte den Hörer in seinen Bann zieht, bis zum Ende des fast 16minütigen Psychedelic-Monsters 'Breakdown', das einen staunend zurücklässt, gibt es keine feststellbaren Schwächen. Auf zwei Songs möchte ich kurz eingehen, wobei meine Empfehlung lautet, das Album immer in Gänze zu hören, da sich so seine ganze Faszination entfaltet. Bei 'An Exorcism Of Doubts' sind die musikalischen Vorbilder nicht eine Sekunde zu verleugnen. Das Mainriff, welches sich doom-mäßig schwer durch den ganzen Song zieht, hätte auch 1 zu 1 von Tony Iommi stammen können . In der Strophe sorgen jazz-bluesige Elemente für Abwechslung und Spannung. 'Nucleus' - der mit 14:08 Minuten zweitlängste und Titeltrack der CD zeigt eindrucksvoll, welch ein Genie Pelander im Bereich Stoner-Hard-Classic-Doom-Psychedelic-…Rock ist. Die Klangreise beginnt leise und clean und verzaubert zum Ende hin mit einem fast epochalen 7 Minuten dauernden Gitarrenriff, welches nicht eine Sekunde langweilig wirkt, sondern einen noch Stunden weiter begleitet. Auf "Nucleus" werden modernere Classic-Rock-Elemente, wie sie schon vermehrt auf "Legend" zu hören sind, was damals 2012 bei einigen alten Fans nicht wirklich gut ankam, perfekt mit Elementen aus den Anfängen der Band vermengt. Psychedelische Melodien wechseln und ergänzen sich mit doom-lastigen Gitarrenwänden. Der wechselvolle Einsatz von Pelanders Stimme von leisen sprechähnlichen Passagen und Wehklagen bis zum kraftvollen Schreien fördert und unterstreicht die Dynamiken der Songs und des Albums. Alles wirkt wie aus einem Guss.
Photo by Philip Saxin

Photo by Philip Saxin

Für die zum Teil sehr erdig und roh klingende Produktion, die allerdings nie zu kauzig oder muffig wirkt, sind Philip Gabriel, Anton Sundell und natürlich, wen mag es noch wundern, Chefdenker Magnus Pelander verantwortlich. Den Zauber, welchen das gesamte Album bei mir ausgelöst und hinterlassen hat, kann ich schwerlich in Worte fassen. Daher beende ich hier nun den Lobgesang auf eine der besten, wenn nicht die beste Platte in dem Genre in 2016. Daher sollte auch klar sein, dass ich natürlich 6 von 6 Blitzen gebe. Wer diese großartige Band noch nicht kennt, sich aber bei Graveyard, Pentagram, Orange Goblin, Electric Wizard und natürlich bei Black Sabbath zu Hause fühlt, kann hier blind zugreifen! Album-VÖ: 15.01.2016 6-Blitz