(Nuclear Blast) BURY TOMORROW melden sich mit neuen Tönen zurück! Fast zwei Jahre nach "Runes" steht das vierte Studioalbum namens "Earthbound" in den Startlöchern. Die Jungs aus UK versprechen, dass sie sich bei diesem Album auf das für sie Wesentliche konzentriert haben; es gibt diesmal also keine Spielereien wie Interludes oder Akustik-Stücke. Außerdem soll der Sound härter und voller Riffs sein! Wenn das mal keine deutliche Ansage ist… Zugegeben, ich war schon etwas wehmütig, als ich diese Aussagen über "Earthbound" gelesen habe – war ich doch von den bisherigen ruhigen Songs auch durchweg ziemlich angetan. Andererseits habe ich BURY TOMORROW auch schon einige Male live gesehen, und da wurden solche Songs nie gespielt, sondern auf der Bühne ist immer Vollgas angesagt. Die Entscheidung, derartiges schmückendes Beiwerk für das neue Album von vornherein zu vernachlässigen, war für mich unter diesem Aspekt dann doch nachvollziehbar. Außerdem hat uns Frontman Daniel Winter-Bates im Interview erzählt, dass sie sich von jeglichen Erwartungen anderer loslösen wollten und einfach machen wollten, worauf sie als Band Bock haben. Diese rebellische „Scheiß drauf“-Einstellung gefällt mir, erfordert aber auch eine Menge Mut und Cojones für die Umsetzung. "Earthbound" umfasst zehn Songs, die alle ordentlich nach vorne gehen – es befindet sich diesmal also wirklich absolut kein Schnickschnack auf dem Album. Bisher war ich bei jedem Album auf’s Neue von Daniel Winter-Bates’ Stimmgewalt und Jason Camerons Gesangstalenten begeistert und habe nach wie vor den Eindruck, dass sie sich mit jedem weiteren Album verbessern, obwohl ich bereits seit "The Union of Crowns" dachte, dass genau das nicht mehr möglich wäre. Aber auch diesmal lassen sich einige neue Facetten beider Sänger finden und mir blieb beim Hören nichts anderes übrig, als an vielen Stellen einfach nur total erstaunt da zu sitzen und mir zu denken „Wie geil ist das denn?“. So zum Beispiel bei 'Last Light', wo Dani und Jason beim Refrain zum allerersten Mal gemeinsam singen. Das überrascht einerseits, aber harmoniert andererseits so wunderbar, dass man sich durchaus fragen kann: warum haben sie das erst jetzt ausprobiert? Also ich bin definitiv auf den Geschmack gekommen und erhoffe mir in Zukunft mehr solcher Duette. Die Solo-Parts von Jason gehen aber vor allem auch bei 'The Burden', 'Memories' und 'For Us' ins Ohr. Wohingegen Dani mit seiner Härte in der Stimme bei Songs wie 'Earthbound', '301' und 'Bloodline' überzeugt. Außerdem ist mir aufgefallen, dass er auf "Earthbound" viel häufiger zwischendurch einfach mal growlt und schreit ('The Eternal', 'Cemetery', 'Memories') als es bei allen bisherigen Alben der Fall war – I like. Aber auch instrumentell gibt es definitiv einige Leckerbissen zu entdecken und die sollten an dieser Stelle natürlich auch nicht unerwähnt bleiben! So hört man beispielsweise bei 'The Eternal' und 'Bloodline' deutlich, dass Davyd Winter-Bates tatsächlich auch am Bass seinen Beitrag zum musikalischen Gesamtwerk der Band leistet und nicht nur als Spaßvogel für die allgemeine Erheiterung zuständig ist. Auch Adam Jackson gibt am Schlagzeug Vollgas und wird vor allem bei 'The Burden', 'Cemetery', 'Restless & Cold' und 'For Us' dank flinker Arme und Füße ordentlich ins Schwitzen kommen. Einen nicht unerheblichen Beitrag leistet aber auch Kristan Dawson, der seit seinem Beitritt im Jahr 2012 vor allem musikalisch durch sein Können an der Gitarre sehr überzeugt und damit auch einen nicht zu verachtenden Einfluss auf den Sound der Band genommen hat. So gibt es eigentlich ausnahmslos bei jedem Song von "Earthbound" eine ordentliche Portion Riffs auf die Ohren - an dieser Stelle verweise ich aber auch gerne speziell nochmal auf 'Last Light', 'The Burden', 'Cemetery' und 'Bloodline'. Ein weiteres Highlight ist sicherlich auch der Part von Hatebreed’s Jamey Jasta bei '301'. Allein die Tatsache, dass Jamey auf "Earthbound" zu hören ist, hat von Anfang an meine Neugierde geweckt. Als es dann endlich soweit war und '301' zum ersten Mal durch die Lautsprecher drang, hat’s mich quasi weggefegt. Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist einfach eine Wucht und dieser Song hat für mich den Charakter eines Best Of’s von den Fähigkeiten aller Beteiligten. Spätestens jetzt ist ganz klar: BURY TOMORROW haben damit ihr musikalisches Ziel für dieses Album erreicht und alle Ankündigungen wahrgemacht! Das berühmte i-Tüpfelchen stellt für mich die Geschichte hinter dem Song dar und ich bin mir ziemlich sicher, dass ‚301‘ bei vielen Metalcore-Enthusiasten ganz weit vorne in der persönlichen Hitliste landen wird.
Photo by Tom Barnes

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Die letzten Jahre haben den fünf Briten vor allem für ihre Entwicklung als Band ziemlich gut getan und mit "Earthbound" machen BURY TOMORROW nun mehr als deutlich, dass sie ihren Sound definitiv gefunden haben und ganz oben mitmischen wollen (und auch können!). Für mich ist das vierte Album der Jungs einfach eine perfekte Platte, weil es tierisch Spaß macht, sie zu hören und genau meinen musikalischen Geschmack trifft. Außerdem finde ich es wundervoll, dass so viel Ehrlichkeit in dem Album steckt und man ebenfalls das ganze Herzblut, was in jedem einzelnen Song steckt, hören kann. Deshalb bekommt "Earthbound" von mir die Höchstwertung und damit wohlverdiente 6 Blitze. Denn das muss den Jungs definitiv erstmal jemand nachmachen! Man darf definitiv gespannt sein, welche Türen sich für die Band durch dieses Album öffnen werden. Ich beende die Rezi an dieser Stelle mit einem Zitat von Dani, weil er damit meines Erachtens nach den Nagel auf den Kopf getroffen hat: „Now it’s a case of if you like us you like us, if you don’t you don’t. This is our sound.“. Leute, die Metalcore mögen, werden "Earthbound" definitiv lieben und alle anderen verpassen eben was! Album-VÖ: 29.01.2016 6-Blitz Live könnt ihr BURY TOMORROW an folgenden Terminen bei uns sehen: Impericon Festival 2016 22.04. Oberhausen, Turbinenhalle 23.04. Leipzig, Agra 07.05. München, Zenith Progression Tour 2016 25.04. Stuttgart, Universum 26.04. Wiesbaden, Schlachthof 27.04. Berlin, Musik & Frieden 28.04. Köln, Luxor 30.04. Hamburg, Knust Festivals 2016 24.04. Never Say Die! Open Air, Trier, Exhaus 01.07. With Full Force Festival, Roitzschjora 02.07. Vainstream Rockfest, Münster 04.08. Wacken Open Air 17.08. Summer Breeze Open Air, Dinkelsbühl