(UNFD Records) Ein neuer Stern am Rap Metal-Himmel? Da zumindest wollen HACKTIVIST aus Milton Keynes, UK gerne hin. Formiert im Jahre 2011 haben es die Herren bisher allerdings erst auf eine selbstbetitelte EP gebracht, die allerdings nicht von schlechten Müttern war. Nun liegt uns also das wahre Debüt mit "Outside The Box" vor und man darf gespannt sein, ob eine neue Ära dieser Rap und Metal-Verknüpfung eingeläutet werden darf. Nach dem Intro 'Our Time' legen HACKTIVIST mit 'Hate' entsprechend ihrer Ambitionen los. Klassische Elemente in neuem Gewand, so könnte man die erste Nummer beschreiben. Die Grooves, die ständigen Wechsel aus Aggroparts und die sich auflösenden Harmonien, wobei man letzteres nicht zu wörtlich nehmen sollte. 'Deceive And Defay' hat schon ein wenig länger auf dem Buckel und hat aufgrund seiner immer noch ordentlichen Qualität den Weg auf das 2016er Output gefunden. Gastmusiker am Start zu haben ist so eine Sache, denn wenn der eingeladene Welche die Ausstrahlung eines Lou Reynolds von Enter Shikari hat, so können die Hauptprotagonisten schonmal ins zweite Glied rücken, so geschehen vor allem in dem Video zu 'Taken'. Zu zarten Klängen und sanftem Regen startet 'The Storm', um sich im Verlauf dem Hörer lediglich als Zwischenspiel zu zeigen. 'No Way Back' löst im Anschluss die Handbremse und zeigt erneut, wofür die Fronter Tim Beazley und Jermaine Hurley ihre kritischen Lyrics verfasst haben. Auch der folgende Song 'False Idols' hat bereits zwei Jährchen auf dem Buckel, entpuppt sich aber durch seine Eingängigkeit als echter Ohrwurm. Bei 'Rotten' kann man sich eine gedanklich kurze Reise in die 90er Eminem-Zeit nicht verkneifen. Diese Nummer groovt den Hörer zwar richtig nice aus der Hose, lässt aber aufgrund der fehlenden Riffs die Devilhorns in der Hosentasche. Dafür holzt uns 'Elevate' wieder ordentlich gen Ursprung des Hierseins, denn schließlich sollen die Seiten und Drumfelle ordentlich brennen. Wer nun dachte, die wilde Fahrt geht weiter, der hat den Titelsong noch nicht gehört, denn 'Outside The Box' führt uns wieder mehr in lyrische Gefilde und erklärt uns eindrucksvoll, wofür HACKTIVIST einstehen. Das zweite Video der Scheibe stellt mit 'Buszy' einer der weniger spektakulären Songs des Albums und dieser bildet dann auch zusammen mit dem zweiten Teil zu 'The Storm (II)' den Ausklang zu "Outside The Box".
Photo courtesy of UNFD Records

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Ambitionen kann man den Jungs aus England sicherlich nicht absprechen und auch der einstigen Musikhochburg des Rap Metals oder Crossover konnte man hier durch sehr gute technische Fertigkeiten neues Leben einhauchen, nur fehlt es dem Debüt deutlich an Höhepunkten und so bleibt musikalisch leider vorerst nur das Mittelmaß. Album-VÖ: 04.03.2016 3.5-Blitz