(Redfield Records) Wer die Post-Hardcore/Electrocore-Szene in den letzten Jahren munter verfolgt hat, dürfte mit ziemlicher Sicherheit nicht um HIS STATUE FALLS herumgekommen sein. Die 5 Jungs aus Saarbrücken sind mir zumindest schon sein seit dem Album "Mistaken For Trophies" bekannt, welches ich im Erscheinungsjahr 2012, wo Techno-Elemente sich durch gefühlt jede zweite Hardcore Neuerscheinung zogen, ziemlich hart gefeiert habe. Ob auch ihr neuer Langspieler "Polar" überzeugen kann, erfahrt ihr in nachstehender Review… Erstmal zu den Fakten: HIS STATUE FALLS gibt es seit 2003 und sie bringen mit "Polar" ihr nunmehr dritten Album heraus, von einem Demotape und einer EP mal abgesehen. Das neue Album umfasst 10 Tracks und bewegt sich stilistisch ziemlich genau in dem Bereich, aus dem man HIS STATUE FALLS von vergangenen Scheiben her kennt, mit der Ausnahme, dass „"Polar" ein Stück mehr versucht, in die Popschiene hineinzurutschen. Cleverer Schachzug? Da bin ich mir leider nicht ganz sicher. Der Trend im Hardcore-Genre scheint ja derweil schon seit längerem eher zu Popelementen zu schwenken, was ich mit geteilten Gefühlen betrachte. Auf der einen Seite freut man sich natürlich für seine Bands, dass mehr und mehr Leute sich auf das „weichgespültere“ Genre einlassen können, auf der anderen Seite haben wir da das Problem, dass sich all diese Bands in die gleiche Richtung entwickeln und somit die Gefahr immer größer wird, dass eben jene Bands alle gleich klingen. Eine große Entwicklung zum Vorgänger "Mistaken For Trophies" ist leider sonst nicht festzustellen, mit Ausnahme der oben genannten Pop-Elemente. Eben jene Entwicklung beobachte ich leider auch mit Besorgnis bei Bands wie Issues oder Breathe Carolina, die ja mit Ihrem letzten Album völlig daneben gegriffen haben. Songs vom neuen Album "Polar" wie z.B. 'FTW' oder 'Hang Me High' funktionieren Live für ein bestimmtes Publikum sicher super, leider sagt es mir mittlerweile überhaupt nicht mehr zu. Kleiner Anspieltipp am Rande: 'The Virus'. Sehr geil gemachter Song...zumindest bis zur 2. Minute, denn danach wird euch ein Autotunegewitter um die Ohren gehauen, worauf ich überhaupt nicht stehe.
Photo by Manuel Karp

Photo by Manuel Karp

Alles in Einem ist "Polar" eben ein Album...mehr nicht. Es wird den ein oder anderen Anhäger geben, der es unglaublich feiern wird, da bin ich mir auch sicher. Mich jedoch konnte das Album überhaupt nicht überzeugen und wird sicher schnell wieder aus meinen Ohren verschwinden. Aber Jungs von HIS STATUE FALLS, nehmt euch das nicht zu sehr zu Herzen… Es ist einfach nicht mehr meine Musik wie noch vor 4 Jahren. Album-VÖ: 04.03.2016 2-Blitz