(MD/Rough Trade)

Mit ihrem neuen Longplayer "Echos" arbeiten MASSENDEFEKT weiter daran, das der Begriff „Düsseldorf-Punk“ sich wohl bald als Trademark etablieren wird. Ähnlichkeiten zu vorhandenen Bands sind nämlich nicht von der Hand zu weisen. Im Gegensatz zu den Brüdern (und Schwestern) im Geiste, können MASSENDEFEKT, nach eigener Auskunft, noch nicht von ihrer Musik leben. "Echos" setzt nun einiges daran, um diesen Umstand aus der Welt zu schaffen.

Es gibt wohl kaum einen Festival- und Konzertgänger, der in den letzten 15 Jahren noch nicht die Bekanntschaft mit den vier Punkrockern von MASSENDEFEKT gemacht hat. Tja, wie die Zeit vergeht, so lange besteht die Band nämlich bereits. Gerne bucht man die grundsympathischen Rheinländer auf die Slots am frühen Vorabend oder schickt sie gerne mal als Support für Bands wie Donots und Co. auf die Reise.

Und wenn man schon von den Donots spricht, so fallen einem diese auch direkt wieder ein wenn man mit 'Mauern' den Opener von "Echos" hört. Der Song erinnert nicht nur vage an den Donots-Track 'Du Darfst Niemals Glücklich Sein' vom ausgezeichneten "Karacho"-Album. Der Quasi-Titeltrack 'Echo' schwimmt dann im Fahrwasser der Broilers. 'Neue Helden' hat man bereits von Muff Potter vorgespielt bekommen und auch bei 'Der Augenblick' könnte man wieder eine ganze Reihe an Referenzbands hervorkramen. Und schon haben wir das Problem von "Echos" auf der Hand liegen. Irgendwie fehlt dem Album seine ganz eigene Note. Es ist zwar klar das man sich hier im Punksegment befindet und dieses Genre nicht gerade dafür bekannt ist, mit musikalischen Innovationen um sich zu schmeißen, aber wie die Visions in ihrer Februar Ausgabe 2016 bereits feststellte, Punk is not dead. Gerade vor dem aktuellen politischen Hintergrund ist das auch gut so.

Photo by Viktor Schanz

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Aber irgendwie merkt man spätestens ab der Hälfte der Platte, dass MASSENDEFEKT eigentlich gar nix zu sagen haben. Zeilen wie „Du rennst und rennst / Wünscht dir eine Zukunft / Du kommst und kommst nicht an / In diesem anderen Wann / Nun bist du Mittendrin / Am Rande der Gesellschaft / Bist einer von vielen / Mit unerreichten Zielen“ (Track 'Neonlicht') färben die Platte zudem in ein beinahe unerträgliches Selbstmitleid. Da kann auch das Feature mit Blackout Problems ('Schwarz Weiß Negativ') nicht mehr viel retten. Und wenn dann bei den Tracks 'Alles Was Bleibt' oder 'Keine Liebeslieder' sogar Revolverheld als Referenzband vor dem geistigen Auge erscheint, dann muss man MASSENDEFEKT attestieren, dass "Echos" leider ein Schritt zurück ist.

Dennoch Glückwunsch zum Chartseinstieg, Jungs! Ihr seid dennoch von der guten Seite.

Album-VÖ: 26.02.2016 3-Blitz