(Concorde Home Entertainment) Ohne viel Recherche einfach losgucken bringt auch im Falle AMERICAN ULTRA wieder mehr Überraschung in die Sache, als man gehabt hätte, wenn man den Klappentext vorher gelesen hätte. Wäre ohnehin nicht möglich gewesen, da die Checkdisc im Papierschuber kam. Jesse Eisenberg und Kristen Stewart mimen ein Kiffer/Slacker-Pärchen, welches aufgrund von Mikes Panikattacken nicht die gemütliche US-Kleinstadt verlassen kann, um sich im Urlaub am Strand zu sonnen. Mike hält sich für den totalen Looser, der seiner Freundin nichts bieten kann, wird aber kurz darauf aus seinem Dornröschenschlaf erweckt, als CIA-Agenten ihm den Gar ausmachen wollen. Denn Mike hat einiges mehr parat, als Joints zu drehen, oder Omelettes (und die halbe Küche) anbrennen zu lassen. Mike ist eine verdammte Kampfmaschine! Nach Project X "verbindet Regie-Newcomer Nima Nourizadeh gekonnt explosive Action mit anarchischem Humor." So spricht die Presseinfo und das kann man unterschreiben. AMERICAN ULTRA ist kein Genre-Highlight, aber sehr unterhaltsam und kurzweilig. AU_Szenenbild_02Zudem ist der Film bis in die Nebendarsteller-Ränge sehr gut besetzt: Topher Grace, Connie Britton, Walton Goggins, John Leguizamo, Bill Pullman und Tony Hale gehören zum Cast. Allen voran Topher Grace als Gegenspieler von Mike ist eine Klasse für sich und auch Ausnahme-Mime Walton Goggins (The Shield, Sons Of Anarchy) spielt wieder grandios auf, nämlich einen Topher Grace unterstellten CIA-Killer, dessen Kauleiste irgendwann etwas in Mitleidenschaft gezogen wird. Hahaha... einfach zu geil! Auch die Situationskomik verdient Aufmerksamkeit, sowie die manchmal herrlich skurrilen Dialoge. Garniert mit fiesen Shootouts und Kampfszenen wird AMERICAN ULTRA definitiv zum Film, den man sich gut ansehen kann. Leider ist mir Jesse Eisenberg ein wenig zu trantütig, nach seiner "Erweckung" müsste eigentlich Schluss sein mit den alten Verhaltensmustern, aber sei es drum... So richtig überzeugen konnte mich Jesse leider noch in keiner seiner Rollen, irgendwie haftet ihm immer so der Berufsjugendliche an. Dafür ist er aber hier in der Wahl seiner Waffen sehr einfallsreich. Ob Löffel, Bratpfanne, Glühbirne, Schaufel, Beil, hier wird einiges zweckentfremdet. Sehr zum Leidwesen der Horden von Agenten, die geschickt werden, ihn auszulöschen. Und auf der Strecke bleiben. Irgendwie könnte man AMERICAN ULTRA als Jason Bourne für die Kiffer-Generation sehen, haha. Mal gucken, ob uns noch ein weiterer Teil beschert wird, oder ob es bei einem Film bleibt. Falls man gerne Trailer sieht, anstatt sich überraschen zu lassen: Wo ich mir den Trailer gerade selber noch mal angesehen habe, stelle ich rückwirkend fest, dass AMERICAN ULTRA doch besser ist als der Durchschnitt und ziehe 4.5/6 Blitzen aus der Brusttasche meines imaginären Jesse-Gedächtnis-Karohemdes. DVD, Blu-ray & VoD-VÖ: 25.02.2016