(Gunner Records/ Broken Silence) Um mal mit der Tür ins Haus zu fallen: Mit "Heartware" gibt es ein wahres Feuerwerk aus etlichen Rockelementen auf die Ohren. Und wenn man es nicht besser wüsste, kann man kaum glauben, dass dies das Debüt von COLD COLD HEARTS sein soll. Wobei der Vierer (2x Saarland/ 2x Eifel) natürlich nicht erst seit gestern Musik macht, sondern schon in Formationen der Marke Jupiter Jones oder Nothing In Common seine Sporen verdient hat. Zudem gehen auch schon zwei EPs seit dem Gründungsjahr 2012 auf das Konto von COLD COLD HEARTS. Aber reichen diese Eckdaten aus, um ein Album spannend genug zu gestalten? Das DIY-Label Gunner Records ist sich dessen sicher und setzt Vertrauen in die Jungs. Mit dem Titelsong 'Heartware' gibt es einen dynamischen Opener, der dank perfektem Chorus sofort ins Ohr geht und allen Spaß machen wird, die auch die poppigen As Friends Rust-Sachen mögen. Toller Start, der flankiert von den Folgesongs 'Fido' und 'Can't Take My Eyes Off You' zu einer mehr als gelungenen Trioeröffnung einlädt. Nachdem der Punkrock mit einer kleinen HardCore-Kante zum Zuge gekommen ist, geht es bei 'Effata' in Richtung gitarrenorientiertem Folk, um danach mit 'Bitburg Smile' keinem Geringeren als Frank Turner Tribut zu zollen. Und so geht es munter weiter, man kann klar die jeweiligen Referenzen heraushören, aber COLD COLD HEARTS haben den richtigen Dreh gefunden, um gelungene Melodien mit verschiedenen Genres zu vermischen und dies so abwechslungsreich zu gestalten, dass man als Hörer immer neue Facetten entdecken kann. Nicht alles ist allerdings so perfekt gelungen, da eine Pianoballade wie 'All Hope Abondon' geflissentlich übersprungen werden sollte, da sie nicht zwingend für den Spannungsaufbau vonnöten ist, sondern die Dynamik von "Heartware" leider empfindlich stört. Wenn im Anschluss aber wieder Tracks der Marke 'Dancefloor Doctrine' (funktioniert wahrscheinlich bestens in der Alternative-Disse deines Vertrauens) oder der an Donots erinnernde Song 'So Long' rausgeschmettert wird, schlägt das PunkRock-sozialisierte Herz wieder im 3-Akkorde Takt. 🙂 Cold_Cold_Hearts_Photo_courtesy_of_Gunner_Records Das vorletzte Lied 'A Million Miles' fährt nochmal richtig auf und zaubert mit seinem Decoder-Strophengesang und dem rauhen Refrain ein Lächeln ins Gesicht, um nach einem Break schön postrockig auszuschleichen. Hier hätte auch ruhig Schluss sein dürfen, aber es folgt eine Akustikballade ('Going Home'), die leider auch nicht sonderlich inspirierend wirkt bzw. belanglos ist. Ein nicht ganz perfektes Ende einer fast ausnahmslos gelungenen Platte. 4 Blitze mit eindeutiger Tendenz nach oben. Album-VÖ: 11.03.2016 4-Blitz