(W-Entertainment Gmbh) Der vierte Alleingang Herrn Weidners fällt wieder recht experimentell aus, doch auch das dritte Folgewerk auf "Schneller, Höher, Weidner" kann qualitativ nicht an das Debüt anknüpfen. Merkte man diesem noch vollends Herzblut und Authentizität an, fehlt gerade zweites stellenweise deutlich. Zu belanglos wirken einige Texte, wenngleich auch ein jeder Song musikalisch stets einwandfrei arrangiert ist. Dabei wird "IV" mit 'Neuland' und 'Mehr' recht vielversprechend eingeläutet, bis dann, bis zum Erreichen der Album-Mitte, das Schwächeln beginnt, welches sich direkt nach Beendigung von 'Ich komm Heim' und den Folgetracks 'Danke für mein Leben' und 'Keiner kann es besser als Du' leider auch bis zum Ende fortsetzt. Einen klaren Hit wie seinerzeit 'Geschichtenhasser' sucht man vergeblich, auch so nette „Sonette Wortmagie“ blitzt maximal sporadisch auf. Ein wenig mehr zeitlicher Abstand zwischen den Veröffentlichungen, zum Feinschliff der Songs und Ersetzen des B-Materials, wäre sicherlich hilfreich für die Zukunft, sofern dafür, nach Wiedervereinigung der Onkelz, überhaupt die Zeit da ist. Doch wenn man dem Song 'Zeit' Glauben schenken darf, wird sich diese bei Bedarf einfach genommen. Dennoch ist "IV" kein Album, welches man nach einmaligem Hören einfach fortlaufend ungeachtet im Regal belässt, denn die Hälfte der Tracks hat einen gewissen Ohrwurmcharakter, welcher sich durch mehrfaches Hören sogar noch verstärkt und gar das Zeug dazu besitzt, einen gedankenlos in der U-Bahn leise mitsingen und das Bein im Takt wippen zu lassen, bis man durch eine groteske Zeile á la „Gott holt das Bier“ aus der Trance gerissen wird.
Photo courtesy of W-Entertainment Gmbh

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Auch Zeilen wie „Der Schicksals Knüppel schlug mich hart" wirken, blickt man auf des Weidners Werdegang, irgendwie unangemessen. Zumal sich drei Nummern später für sein Leben - „Für das was war und das was bleibt" - bedankt wird. Das kommt schon glaubhafter. Auf 'Vorhaut, Kopftuch, Kruzifix', samt des, arg an Metallicas 'One' erinnernde, Intros hätte man auch getrost verzichten können. Doch abseits jener teilweisen Ausfälle liefert DER W recht solides Songmaterial, welches zumindest jedem Fan der Vorgängeralben leicht bekömmlich sein dürfte. Album-VÖ: 18.03.2016 3-Blitz