(Fat Wreck Chords/ Edel) PEARS sind unermüdlich. Wenn die vier Jungs aus New Orleans nicht gerade touren (was eigentlich durchgehend passiert), wird an neuen Songs geschraubt - und so ist nicht verwunderlich, dass mit "Green Star" schon das zweite reguläre Studioalbum seit der Bandgründung 2014 vorliegt, um die Herzen aller Punkrocker/HardCore-Jünger zu erobern, die sich mehr Schmutz, mehr Aggressivität wünschen, aber auch nicht abgeneigt sind, wenn eine catchy Hookline ums Eck lugt oder die Melodie sich im Schädel festbrennt. PEARS wurden im vergangenen Jahr von Fat Wreck Chords gesignt und haben natürlich somit viel mehr Möglichkeiten, was das internationale Touren angeht als auch die Sicherung des Vertriebes ihres neuen Albums. Vom Ansatz her klingen PEARS wie A Wilhelm Scream, nur etwas angepisster und weniger frickelig mit der Gitarrenarbeit. Kein Song erreicht die 3 Minuten Grenze, die Songs kommen sofort zum Höhepunkt (siehe 'Cumshots' 😉 ). Nach kurzem Intro prescht auch schon 'Hinged By Spine' aus den Boxen und drückt einen in die Sofaecke. Einmal kurz geschüttelt, dann aufgesprungen und diesen Bastard aus Good Riddance und alten Propagandhi mit gereckter Faust feiern. Wer sich einen Retrosound aus 80er HardCorePunk und den catchy Melodien der 90er-Epitaph/Fat Wreck Schmiede vorstellen kann/mag, ist bei PEARS genau richtig aufgehoben. Da wird munter drauflos gekloppt bei 'Bug Aware', um im nächsten Atemzug mit 'Partridge' den einminütigen Oberhit rauszuballern. Das darauffolgende Klavierintro 'Dizzy Is Drunk' im Peanuts-Style erlaubt dem Hörer die notwendige Verschnaufpause, um sich enthusiastisch auf die zweite Hälfte des 16-Song starken "Green Star" zu stürzen. Die Zugänglichkeit wird (zumindest eingebildet) sukzessiv erhöht, was aber auch daran liegen könnte, dass man sich dem Konzept, welches PEARS verfolgen, völlig hingegeben hat und quasi lechzend jeden weiteren Ton dieser frischen und authentischen Produktion erwartet. Und man wird nicht enttäuscht. Ob nun 'Snowflake', 'Cloverleaf' oder meinetwegen 'Doorbell' - völlig egal, welches Konstrukt man sich herauspicken möchte, jeder Song hat diese zupackenden Momente, die einen nicht mehr loslassen möchten. Es sind auch nicht die vereinzelten Highlights, die "Green Star" so aus der Masse hervorstechen lassen, sondern eher die Summe der einzelnen Teile, die das Album als Gesamtpaket unerlässlich für jeden PunkRock-Liebhaber machen.
PEARS_Photo_by_Jackie_Jones

Photo by Jackie Jones

PEARS schaffen es den "Green Star" erstrahlen zu lassen ohne sich auf Kompromisse einzulassen. Diese komprimierte Vorgehensweise, jede Komposition auf den Punkt zu bringen, ohne etwas wegzulassen und trotzdem alles zu erzählen, findet man nur noch selten (zuletzt vielleicht bei den Night Birds). Neben dem Auftritt beim Groezrock Festival am 30.04.2016, gibt es drumherum noch einige Clubshows von PEARS, u.a. als Supportband von Dag Nasty. Lass Euch das nicht entgehen... 25.04.2016: Graz (AT) - Vakuum 26.04.2016: Wien (AT) - Arena (+DAG NASTY) 27.04.2016: München - Backstage Club (+DAG NASTY) 28.04.2016: Berlin - SO36 (+DAG NASTY) 29.04.2016: Hannover - Faust (+DAG NASTY) 02.05.2016: Frankfurt am Main - Cafe Exzess 04.05.2016: Schweinfurt - Stattbahnhof 05.05.2016: Stuttgart - Kellerklub Album-VÖ: 01.04.2016 5-Blitz