(Redfield Records) SHOOT THE GIRL FIRST ist, wie einigen sicherlich bekannt, eine dieser Bands mit ständigen Line-Up-Wechseln. Wo z.B. auf Ihrem Debut noch Electroparts und Nathan Mc Cloud die Oberhand hatten, haben wir jetzt einen eher naturbelassenen Sound inklusive neuem Frontmann Alex Sayti. Nathan Mc Cloud verließ die Band bereits Anfang 2014. Mit Alex Sayti an der Seite von SHOOT THE GIRL FIRST, bekommen wir (endlich?) etwas mehr Power in den Gesamtsound der Truppe, den ich beim letzten Album ein wenig vermisst habe. Alex hat ordentlich Druck in seiner Stimme und versteht es, an den richtigen Stellen Pausen und Akzente zu setzen, wo sich andere Bands aus diesem Genre ebenfalls noch eine Scheibe abschneiden könnten. Electro-Elemente sind übrigens nach wie vor Bestandteil der Songs, wenn auch nicht so stark ausgeprägt wie auf dem Debütalbum. Tracks wie z.B. 'Death Dealer' oder auch 'I Like The Way You Die, Boy', sind vollgepackt mit eben solchen Stilelementen. In den anderen Songs bewegen wir uns stilistisch eher in den Gefilden des Metalcore/Deathcore, wenn auch in einer für mich etwas ungewöhnlich subtilen Art eben dieses Genres. Sehr interessant ist meiner Meinung nach auch das Songwriting. Für den Einen möge es wirken, als sei sinnfrei einfach eine Passage an die nächste gereiht, doch so einfach würde ich das nicht beschreiben. Die Songs weichen teilweise stark von gewohnten Metalcore-Strukturen ab und das schafft einen leicht progressiven, besonderen Touch, welchen ich bei anderen Bands in dieser Zeit mehr und mehr vermisse.
Photo courtesy of Redfield Records

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SHOOT THE GIRL FIRST erfinden das sprichwörtliche Rad zwar nicht neu, können aber im Gesamtkonzept mit dem Langspieler und erst Recht mit neuem Sänger überzeugen. Alex Sayti als neuer Frontmann ist definitiv eine clevere Wahl gewesen. Bleibt zu hoffen, dass Alex der Band etwas länger erhalten bleibt... Den Entwicklungen auf kommenden Alben sehe ich definitiv positiv entgegen und bin sehr auf das gespannt, was in Zukunft noch an Veröffentlichungen auf uns zukommt. Das Potential zu noch mehr ist auf jeden Fall vorhanden. Anspieltipp: '9th Symphony' Album-VÖ: 01.04.2016 4.5-Blitz