(Spinefarm / Caroline)
FILTER, die Erschaffer des 90er Industrial/Nu Metal-Zeitalter Hits 'Hey Man, Nice Shot', mit Mastermind Richard Patrick an der Spitze, bringen im Jahr 23 seit Bestehen mit "Crazy Eyes" ihr siebtes Album heraus. FILTER's 1995 erschienenes Debüt "Short Bus", war noch nicht geprägt von einem "Wall of Sound", wie er auf den späteren Alben mehr und mehr Standard wurde. Es war dreckig, düster, raw und elektronisch. Ja, sehr mechanisch. Die Stimme von Richard Patrick (ehemals Gitarrist bei Nine Inch Nails, 1989-1993), prägte sich sofort ein. Sie blieb genau dort, wo man sie an diesem Zeitpunkt speicherte. Sie schnitt durch alles wie ein heißes Messer durch Butter. Für "Crazy Eyes" arbeitete Richard Patrick mit alten Bekannten zusammen. Produzent Ben Grosse (Thirty Seconds To Mars, Marilyn Manson) und Michael "Blumpy" Tuller (Nine Inch Nails) waren in der Mache des neuen Werkes von Anfang an eingebunden. Ben Grosse war auch der Mann hinter dem 1999er Platinum ausgezeichneten Album "Title Of Record".
Nun scheint sich die Uhr bei "Crazy Eyes" ansonsten aber ein wenig zurückgestellt zu haben. Es erwartet einen ein bedrohlicher Industrial-Sound. Mächtig und akzentuiert nehmen einen die 12 Songs mit auf eine unaufhaltsame Reise zu den Anfängen von FILTER. Die mögen nicht jedem Fan der letzten Jahre schmecken. Hatten sich doch einige an Balladen und glatte Rock / Metal-Sounds gewöhnt. Dennoch ist das alles verpackt in einer modernen Version der Band, so als hätte man sich in eine Zeitmaschine gesetzt und würde aber mit dem Wissen und Erfahrungen der letzten 23 Jahre wiederum im Jahr 1995 aufspielen. Richard Patrick sagt selbst zu "Crazy Eyes": "Du selbst zu sein ist das aller Wichtigste. Ich habe ganz authentisch Plätze besucht, an denen ich vorher noch nie war. Das kam von Herzen. Ich versuche so aufrichtig wie möglich zu sein, was Filter darstellt. Es geht darum verdammt anders, fortschrittlich und originell zu klingen."
FILTER courtesy of Spinefarm-Caroline

Photo courtesy of Spinefarm Caroline

Fazit: Das Aufrichtige nimmt man Richard Patrick und dem Album sofort ab. Das ist unverkennbar FILTER. Und wahrlich ist es Richard gelungen, dem ganzen Schiff einen fortschrittlichen und originellen Anstrich zu verschaffen. Das alles bei dem Kunstwerk, die Wurzeln nicht zu vergessen, die 1995 gelegt wurden. Schnelleinstieg ins Album: 'Mother E' und 'Nothing In My Hands'.
Album-VÖ08.04.2016
5-Blitz