Das Wetter hätte gar nicht passender sein können, an diesem ersten richtig gefühlten Frühlingstag des Jahres 2016. KAKKMADDAFAKKA luden mit ihrem astreinen IndieSummersound dazu ein, das Tanzbein zu schwingen. Als Support hatten sie die Jungs von SATELLITE STORIES dabei. Was für eine stimmige Kombination.

Bereits Monate vor dem eigentlichen Happening, konnte das Kulturzentrum Faust den Ausverkauf dieses Konzertabends vermelden. Zahlreiche „Hat noch jemand ein Ticket für mich“-Aufrufe über Facebook oder Ticketportale blieben zumeist unbeantwortet. Umso glücklicher schienen die Gesichter der Ticketinhaber an diesem Abend, in welche man auf der grünen Wiese vor der Faust blicken konnte. Gut gelaunt prostete man sich hier mit seinen Bierbechern zu, verspeiste noch eine Pizza, versuchte die letzten Sonnenstrahlen des Tages zu erhaschen, während von drinnen der passende Soundtrack leise herausschallte. SATELLITE STORIES, welche musikalisch gar nicht so weit entfernt von KAKKMADDAFAKKA verortet werden können, spielten zum zweiten Mal in ihrer Karriere einen Gig in Hannover. Sie wirkten an diesem Abend deutlich aufgetauter als bei ihrer Headliner Show im Herbst 2015 im LUX. Dennoch rasten sie förmlich durch ihr knapp halbstündiges Set. Aber was soll man auch machen, wenn man bereits drei Alben in der Diskografie stehen hat, die Arbeit zum vierten Album bereits weit fortgeschritten ist und man auch noch möglichst viel Werbung in eigener Sache machen muss. Präsentiert wurde ein kleiner Querschnitt durch alle drei Longplayer der Band. Und auch Leute die bisher noch nie etwas von SATELLITE STORIES gehört haben dürften, waren bei Song wie 'Family' oder 'Mexico' sofort in der Lage, vor der Bühne rumzuspringen und mitzutanzen. Und mit 'Kids Aren't Safe in The Metro' hat man schließlich auch einen veritablen Hit im Repertoire, der irgendwo im Fahrwasser von Two Door Cinema Club schippert und zum Tanzen auffordert.

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Nach kurzer Umbau- und Getränkepause ertönte dann die Champions-League-Hymne als Einlaufmelodie für KAKKMADDAFAKKA. Das sportliche Motiv sollte gleich verdeutlichen, wohin die Reise an diesem Abend gehen sollte. Fast eineinhalb Stunden lang durfte das Publikum „Schwerstarbeit“ verrichten. Hüpfen, Springen, Singen, Klatschen, Pogo – die Band auf der Bühne lieferte den perfekten Soundtrack dazu. Dabei bestachen KAKKMADDAFAKKA mit einem sehr gut durchmischten Set. Ihre älteren Hits wechselten sich immer wieder mit den neueren Kompositionen ab. Vermutlich, um dem Publikum ihre wohlverdienten Verschnaufpausen zu gönnen, denn die neuen Tracks wurden noch nicht so abgefeiert wie die Klassiker. Aber auch dies wird nur eine Frage der Zeit sein. Denn trotz einiger Umbesetzungen im Bandgefüge und einem Wechsel auf dem Produzentenstuhl (Erlend Oye hat die Band in der Produktion dieses Mal sich selbst überlassen) klingt bei KAKKMADDAFAKKA doch vieles so wie immer. Wir sind überzeugt davon, das in naher Zukunft auch Songs wie 'Young You' oder 'Galapagos' vom Publikum ebenso herbeigesehnt und frenetisch gefeiert werden, wie an diesem Abend ein 'Restless' oder 'Your Girl'.

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Erstaunlich an diesem Abend ist auch, wie textsicher das größtenteils sehr junge Publikum bei den Songs agiert. Viele Tracks werden von vorne bis hinten mitgesungen und selbst ein Cover-Ausflug in die frühen 90er sorgt nicht für Textirritationen. Haddaways 'What is Love' wird in einer wunderbaren KAKKMADDAFAKKA-Indieversion dargeboten und das der Song über allergrößtes Partypotential verfügt, wissen nicht nur die Menschen, die damals schon dazu abgefeiert haben.

Am Ende des Abends stand jedenfalls fest, die Festivalsaison kann kommen. KAKKMADDAFAKKA und ihr Publikum sind bereit. Die Generalprobe für einen unvergesslichen Sommerabend ist geglückt.

Mark Haake hat den Abend in Bildern festgehalten.