Nach zwei Nackt-Touren sind SUBWAY TO SALLY mal wieder akustisch unterwegs gewesen. Wobei Akustik? Die "Neon" betitelte Tour ist laut Aussage der Band gar keine Akustik, sondern eine Ekustik Tour gewesen. Und natürlich steht das E für elektronisch. Denn zu der siebenköpfigen Band gesellte sich noch ein achtes Gesicht dazu. Produzent Johannes Schlump stand, mit durch eine Steampunk-Maske verhülltem Gesicht, als DJ mit auf der Bühne. Das Konzert im Pavillon in Hannover stellte auch schon eins der letzten der seit März laufenden Tour dar. Auffällig war als allererstes die tolle Atmosphäre, die das Bühnenbild heraufbeschworen hat. Im Pavillon brannte auch vor der Show kaum ein Licht, so dass man die Bühne schon vor Beginn auf sich wirken lassen konnte. Ein paar Steampunk-Elemente hier und da und sonst eine eher schaurige Mittelalteratmosphäre. Das war ein sehr gefälliges Bild, dass die handvoll Fans da bereits eine Stunde vor der Show auf sich wirken lassen konnten. Moment, eine handvoll Fans? Ja, als ich 10 Minuten nach Einlass hereinkam, waren vielleicht gerade mal 100 Fans im Pavillon. Bis zum Beginn um 20 Uhr erhöhte sich diese Zahl dann auf 650 Besucher, bei einer Kapazität von 1200 Stehplätzen war hier also deutlich Luft nach oben. Eine Sache, die mich persönlich wirklich sehr verwundert hat, da die bisherigen Konzerte immer deutlich besser besucht waren. Da für eine Vorband eh kein Platz auf der Bühne gewesen wäre, ging es dann um 20 Uhr auch direkt mit SUBWAY TO SALLY los. Bereits mit 'Wenn Engel hassen' wurde klar, warum es Ekustik heißt. Die Band spielte im Sitzen, wie man es halt von Akustik-Shows kennt. Johannes stand allerdings ganz oben mittig auf der Bühne und sorgt mit seinem DJ Equipment für Verzerrungen und Dubstep-Elemente. Ja, der elektronische Part wird für den Rest des Abends nicht überhörbar sein. Das Publikum scheint ein bisschen gespalten zu sein, viele feiern ausgelassen, andere sehen eher etwas verblüfft aus. Die Setlist besteht dabei überwiegend aus eher etwas älteren Songs. Bei Klassikern wie 'Sieben', 'Eisblumen' oder auch 'Kleid aus Rosen', sind die Fans zwar ordentlich dabei, aber so eine wirklich überragende Stimmung innerhalb der Menge will diesen Abend nicht aufkommen. Vor allem die ersten Reihen, wo sonst immer der Bär steppt, verhalten sich recht ruhig. Ein bisschen ungewohnt, aber vielleicht liegt es ja auch am Konzept der Tour. An der Band an sich kann es auf jeden Fall nicht gelegen haben. Diese gibt wirklich alles und bindet die Fans auch gut in die Show mit ein. Z.B. wenn Ingo sie auffordert, dass er nur ein bis zwei Töne spielen muss und dass sie es dann schon schaffen, das Lied mitzusingen. Ein paar Leute singen auch sofort 'Maria' mit, ein Großteil des Publikums scheint aber den Text, des immerhin 20 Jahre alten Songs, leider gar nicht zu kennen. Trotzdem sorgen die paar lautstarken Stimmen für eine tolle Atmosphäre während des Liedes.Auch optisch wird so einiges geboten und besonders das Spiel mit dem Bühnenlicht weiß zu gefallen. Satte 24 Stücke inklusive zwei Zugabenblocks sollen es an diesem Abend sein. Das reicht für eine Spieldauer von knapp über zwei Stunden, da kann man echt nicht meckern. Bereits kurz nach Ende der Show stehen alle Mitglieder auch schon am Stand des offiziellen Fanclubs bereit, um fleißig Autogramme zu verteilen und für Fotos zu posieren. Es war ein sehr gelungener Abend, der durch die elektronischen Elementen einen gewissen Hauch von Neuem mit sich trug. Schade nur, dass sich nur 650 Besucher eingefunden hatten. Das sorgte dann doch für etwas viele Lücken in der Menge. Aber immerhin hatte somit jeder genügend Platz, um ausgelassen Tanzen zu können. Und bei der nächsten Rock-Show erwartet ich dann, dass die Fans mal wieder ein bisschen mehr aus sich herauskommen.