(Century Media) Von ZOAX hatte ich vor dem ersten Abschiedskonzert von Funeral For A Friend in Köln noch nie was gehört, aber mit ihrer irre grandiosen Live-Show als Support haben mich die Londoner sofort überzeugt! Nicht zuletzt wegen der unfassbaren Stimme von Frontman Adam Carroll. Umso besser, dass sich zeitnah das gleichnamige Debüt-Album ankündigte, denn auf den beiden bisher erschienen EP's habe ich meine Live-Favoriten vergeblich gesucht. Also auf Play gedrückt und den Boxen somit mal 'ne ordentliche Aufgabe gegeben! Die erste Singleauskopplung hört auf den Namen 'Roses All The Way' und steht in der Tracklist an dritter Stelle. Zusammen mit den beiden vorherigen Titeln namens 'The Bad Blood' und 'Devil Dance' ist der Einstieg in's Hörvergnügen auf jeden Fall gelungen. Die drei Songs gehörten schon zu meinen Highlights auf der Bühne und auch auf Platte gefallen sie mir richtig gut! Sie gehen auf jeden Fall in's Ohr und auch die Füße kann ich dabei einfach nicht stillhalten. Leider ist das beim vierten Song 'Fly High' nicht mehr zutreffend - auf Platte stellt es für mich eher eine Atempause dar, live könnte er aber mit dem passenden "Drumherum" ganz unterhaltsam sein. Dafür bringt mich das nachfolgende kurz und knackige 'ZuperHeroez' mit einem ziemlich coolen Flow wieder zum Rumzappeln und kann somit bei mir punkten. 'The Wave' ist anschließend wesentlich ruhiger aber dennoch (oder gerade auch deshalb?) sehr gut auf die Stimme abgestimmt und somit absolut empfehlenswert. 'Good Times' hingegen beginnt sehr kraftvoll und wird dafür erst gegen Ende ruhiger - alles in allem ganz nett zum Nebenbei hören. 'Mirrors' ist mir definitiv zu psychedelisch. In 'KSYCHIA' hingegen musste ich mich zwar reinhören, dann konnte mich der Song aber auch überzeugen. Im Anschluss geht's mit 'King And Queen' eher in die poppige Richtung. Trotzdem erscheint mir dieser Song relativ unabwechslungreich, da Instrumente und Stimme häufig zu gut harmonieren und der gleiche Beat für meinen Geschmack zu oft hintereinander kommt. Dabei war genau das nicht nur 0815-Songkonzept der ersten Songs das, was mich überzeugt hat. Schade, dass die "goldene Mitte" somit für mich keinen absoluten Favoriten aufweisen kann. Dafür finde ich aber das Ende der Platte wiederum sehr gelungen: So bringt 'Alive In Sound' endlich den für mich ersehnten frischen Wind während das ruhige und melodische 'Slàn' einen wunderbar gelungenen Abschluss darstellt.
Photo by Tim Tronckoe

Photo by Tim Tronckoe

Neben einigen richtigen Krachern, gibt es auf dem sehr soliden Erstlingswerk "Zoax" aber auch einige Songs, die sich meiner Meinung nach eher zum Nebenher hören eignen als zum durch die Bude rocken. Alles in Allem gibt's von mir 4,5 Blitze und den Aufruf, bei der nächsten Tour auf jeden Fall zu einem Konzert zu gehen - da gibt's dann garantiert die Höchstpunktzahl. Denn punkten kann die Band bei mir definitiv mit der aggressiv-kratzigen Stimme von Frontman Adam Carroll (genau mein Ding und auch live eine Wucht), sowie der absolut phänomenalen Show auf Konzerten. Album-VÖ: 13.05.2016 4.5-Blitz