(Epitaph Records) Der Vorgänger "Lost Forever // Lost Together" wird von mir nach wie vor ordentlich gefeiert und hat sich damit einen Platz in meiner Sammlung der Lieblingsalben gesichert. Auch live fand ich ARCHITECTS schon immer ziemlich klasse und somit konnte ich es kaum abwarten, nach der ersten Single-Auskopplung 'A Match Made In Heaven' endlich auch die neue Scheibe "All Our Gods Have Abandoned Us" in vollem Umfang zu hören. Zwar etwas spät, aber immer noch besser als nie, stand es mir dann endlich zur Verfügung. Also wurde das gute Stück angeschmissen und hat mich direkt erstmal gegen die Wand gepustet. Was für ein fetter Opener ist denn bitte 'Nihilist'? Alter Falter, da muss man sich aber wirklich anschnallen! Damit wird dem Hörer sofort deutlich: das ist kein Kindergeburtstag, hier geht's richtig rund. Im Songtext kommt auch der Albumtitel vor, was die ganze Sache natürlich noch runder macht. Ansonsten ist es schon der gewohnte ARCHITECTS-Stil, aber eben mit einer ordentlichen Portion Vollgas. Auch alle, die schon beim ersten Song der Platte nicht auf das wohl mittlerweile allseitsbekannte (und obligatorische) "Blegh!" von Frontman Sam Carter verzichten wollen, werden nicht enttäuscht. Also ein rundum gelungener Auftakt, der auf jeden Fall Bock auf mehr macht. Mit 'Deathwish' folgt ein Song, der total ins Ohr geht und mich vom Flow her an 'Naysayer' vom Vorgänger-Album erinnert (und auch diesen Song liebe ich...). Somit gibt's auch hier den charakteristischen ARCHITECTS-Sound zu hören, inkl. "Blegh!" und geilen Breakdowns. Was will man mehr? Gefällt mir richtig gut. Dann folgen drei der bereits vorab zu Ohren gekommenen Songs: 'Phantom Fear', 'Downfall' und 'Gone With The Wind', von denen mich 'Phantom Fear' nicht so richtig vom Hocker hauen will, da mich der Song nicht fesselt. 'Downfall' hingegen hat mir auf Anhieb gut gefallen und bringt auf dem Album nach 'Phantom Fear' wieder frischen Wind: die Riffs sind geil, der Refrain geht auch total ins Ohr und der gesamte Song ist ziemlich abwechslungsreich. Den stell ich mir auf Konzerten grandios vor, für mich DER Live-Song des Albums! Auch 'Gone With The Wind' hatte bei mir von Anfang an einen Stein im Brett, da auch dieser Song recht abwechslungsreich ist. Alles in allem ist er aber nicht ganz so aggressiv wie eigentlich der komplette Rest - aber Verschnaufpausen tun ja auch mal gut. Mit 'The Empty Hourglass' ist dann auch schon die goldene Albummitte erreicht. Der Song überzeugt mich mit einem richtig geilen Anfang und nem ziemlich fetten Breakdown. Die zweite Albumhälfte beginnt mit 'A Match Made In Heaven', der ersten Single-Auskopplung und somit eigentlich schon so bekannt wie ein bunter Hund. Mir bleibt also nur zu sagen, dass dieses Lied für mich nach wie vor zu den besten des Albums zählt. Mit 'Gravity' und 'All Love Is Lost' folgen auch direkt zwei weitere meiner derzeitigen Favoriten - allgemein ist die zweite Albumhälfte eher mein Ding. Wieso, kann ich gar nicht so genau sagen, vielleicht kommt die Stimme von Sam Carter besser rüber oder ist facettenreicher?! Jedenfalls harmonieren vor allem die Übergänge in den Songs mit Sams Geschrei im Vordergrund und eher leiseren Instrumenten für mich perfekt. Vielleicht ist es auch einfach genau das, da es mich so recht stark an "Lost Forever // Lost Together" erinnert, was für mich eben DAS ARCHITECTS-Album schlechthin darstellt. Das nachfolgende 'From The Wilderness' besticht mit erstklassigen Riffs und auch Sams Stimme gefällt mir wieder besonders gut, da sie zwar sehr kraftvoll aber dennoch melodisch ist.
Photo by Jennifer McCord

Photo by Jennifer McCord

Der Abschluss der Platte hört auf den Namen 'Momento Mori' und ist mit einer Länge von über 8 Minuten natürlich per se schon eine ordentliche Ansage. Leider trifft es meinen Geschmack überhaupt nicht, da es mir einfach zu experimentell und synthesizer-lastig ist. Auch der Anfang hat mich total irritiert, da ich zunächst dachte, meine Kopfhörer geben aufgrund des zu hörenden Geräuschs ihren Geist auf... Also mein Fall ist das definitiv nicht, aber solange die Band damit zufrieden ist, ist das Ende ja doch gelungen. Da mir die Platte bis auf die zwei (mehr oder weniger kleinen) Kritikpunkte außerordentlich gut gefällt, gibt's von mir 5,5 von 6 Blitzen. Album-VÖ: 27.05.2016 5.5-Blitz Wer gerne auch live in den Genuss der neuen Songs kommen möchte, hat hier die Gelegenheit: 03.06.2016 - Rock Am Ring 04.06.2016 - Rock Im Park 07.06.2016 - Hamburg, Große Freiheit 36 30.06.2016 - Bochum, Zeche 01.07.2016 - With Full Force Festival Diesmal gibt es von mir auch einen Schlusskommentar, denn der Weg zu dieser Rezension war ziemlich steinig und auch das sollte der Leser unserer Meinung nach ruhig erfahren. Der VÖ-Termin vom 27.05.2016 war uns natürlich schon lange bekannt und ich habe mich auch frühzeitig für die Übernahme der Rezension gemeldet und dementsprechend zeitig wurde auch die Anfrage gestellt. Nachdem ich dann schon am Sonntagabend das Album auf Youtube gefunden habe, habe ich mich gewundert, wieso wir noch kein Material zur Verfügung gestellt bekommen haben. Manchmal zahlt sich Geduld aber aus und so erreichte mich am Dienstagnachmittag endlich die langersehnte Nachricht. Allerdings wurde meine Vorfreude darüber auch im Nu getrübt, da uns von Epitaph Records lediglich ein Stream zur Verfügung gestellt wurde. Da habe ich mich dann ernsthaft gefragt, wie ich in der kurzen Zeit noch vor der VÖ eine ordentliche Rezension auf die Beine stellen soll, da ich mir das Album ja nun auch nicht unterwegs sondern nur zu Hause anhören konnte... Mittlerweile sind bei einigen Leuten auch schon die Vorbestellungen eingetroffen, sodass diese Rezension leider fast ihren Sinn verfehlt - man kann sich ja nun auch schon selbst überzeugen. Schade Schokolade! Leider handelt es sich dabei scheinbar auch nicht um einen Einzelfall, sodass es bald einen Beitrag über diese Entwicklung geben wird. Ich hoffe, dass meine Rezension trotz der Problematik jetzt nicht einfach unter den Tisch fällt und beim nächsten Mal sieht's hoffentlich schon wieder anders aus...