(Universum Home Entertainment) Habt ihr noch die äußerst aufschlussreiche Rezi von Lucie vor Augen? Ihr habt THE HATEFUL 8 bestimmt alle im Kino gesehen? Nicht? Dann werde ich euch mal ein wenig auf die Sprünge helfen, was euch im achten Quentin Tarantino-Film erwartet. Zuerst mal eine Inhaltsangabe/der Klappentext: "Wyoming, nach dem amerikanischen Bürgerkrieg: Eine Kutsche bahnt sich ihren Weg durch den Schnee in Richtung der Stadt Red Rock. An Bord befinden sich der Kopfgeldjäger John „Der Henker“ Ruth, dessen Gefangene Daisy Domergue sowie Major Marquis, der früher Soldat war und nun ebenfalls als Kopfgeldjäger tätig ist, und Chris Mannix, der behauptet, der neue Sheriff zu sein. Ein Schneesturm zwingt die Gruppe zu einem Zwischenstopp in Minnies Miederwarenladen. Sie treffen dort zwar nicht auf Minnie, aber dafür auf den mysteriösen Mexikaner Bob, auf den verschwiegenen Cowboy Joe Gage, auf General Sandford Smithers sowie auf Oswaldo Mobray. Während der Sturm draußen immer heftiger tobt, begreifen die acht Fremden, dass ihr Zusammentreffen vielleicht gar nicht so zufällig ist, wie sie zunächst angenommen haben." Und das sollte auch mal wieder ausreichen, um die Spannung nicht zu rauben. Es läuft auf jeden Fall auf die in Filmen schon oft bemühte Thematik hinaus: Einer ist der Killer... Bloß wer? Nach Django Unchained (ein großartiger Film!) wendet sich Quentin Tarantino wieder dem Western-Genre zu. Und da er Perfektionist ist, hat er die Filmmusik natürlich von wem komponieren lassen? Korrekt, von Ennio Morricone (Spiel mir das Lied vom Tod). Gedreht wurde mit einer speziellen 70mm Format Ultra Panavision-Kamera, um das Geschehen besser einzufangen. So weit, so gut. Leider gehört aber die erste Hälfte des Films zum Langweiligsten/Langatmigsten, was ich in der letzen Zeit gesehen habe. Und das war eine Menge. Wie Stephen King in seinen Büchern, lässt sich Tarantino viel Zeit mit seinen Kamerafahrten und Szenen. Zu viel Zeit, meiner Meinung nach. Siehe die Szene, in der John Ruth Daisy in der Kutsche schlägt. Ich dachte erst, die BD hakt und zeigt mir 'ne lange Zeitlupe.Und dann die "Gespräche" in der Hütte. Meilenweit entfernt vom Kult eines Reservoir Dogs oder Pulp Fiction. Zahnlos, immer auf dem Thema Rassismus rumreitend, einer ist härter und cooler als der Andere. Gähn. Wo ist der Pepp hin? Wo der Wortwitz? Der Showdown von THE HATEFUL 8 entschädigt zwar für die stundenlange Warterei auf den Knall, kann den Film aber nicht mehr rumreissen, was die Gesamtwertung angeht. Da hilft auch kein Gesplatter! Die eine Hälfte Schnarch und die andere Hälfte Bang machen noch kein "Yeah!"! Und da hilft auch der Name des Regisseurs nicht weiter. Obwohl die Schauspieler alle einen grandiosen Job machen! Allen voran Walton Goggins, der endlich in Hollywood angekommen zu sein scheint. THE_HATEFUL_EIGHT_Szenenbilder_17.72dpiUnd um mal darzulegen und den Claim abzustecken, welche anderen Filme des Herrn Tarantino ich mag und welche nicht, eine kurze Übersicht: Pulp Fiction, Kill Bill, Inglourious Basterds, Django Unchained: Super! Reservoir Dogs: Gut! Jackie Brown, Death Proof: Öde! Als Bonbon zum Film transportiert die Bluray die beiden Featurettes „Beyond the 8: Ein Blick hinter die Kulissen“ und „Der Zauber von 70 mm“. Und Zum Abschluss die Frage: Gab es damals schon so schicke Schals? Samuel L. Jacksons Charakter trägt nämlich so ein fesches Teil. DVD, BD, BD Steelbook, VoD-VÖ: 30. Mai 2016 3.5-Blitz