(Napalm Records) Ein Lebenszeichen von der südlichen Welthalbkugel. Melodic Death Metal aus Australien. Australien? Ganz genau, von diesem wüstenklimatisierten Kontinent, nämlich aus Melbourne, stammt BE´LAKOR. Als ich zum ersten Mal von dieser Band gehört habe, hätte ich einiges an Wetteinsatz eingebracht und auf Skandinavien getippt. Auch wenn ich mich damit um knappe 13.000 Kilometer Luftlinie verschätzt hätte. Die fünf Jungs haben Ihre Hausaufgaben gemacht und sorgen mit "Vessels" für ein ordentlich schwedisch-finnisches Flair im Wohnzimmer. Wer nach der Ansage aber leichtbekömmlichen Melodic Death Metal erwartet, den darf ich glücklicherweise enttäuschen. BE´LAKOR haben seit ihrer letzten Scheibe "Of Breath and Bone" nämlich dazu gelernt. Vier Jahre Wartezeit haben sich dabei definitiv gelohnt. Die Songs sind vielschichtiger konstruiert und mit einer dicken Prise Progressivität gewürzt. Die 56 Minuten sind vollgepackt mit spannenden, ineinander verwobenen Strukturelementen. Das muss man erst einmal entzerren und sortieren, wofür mehrere Durchläufe nötig sind. Klingt nach Arbeit? Ja stimmt, aber auch Arbeit kann bekanntlich Spaß machen, hier bestätigt sich das auf eindrucksvolle Art und Weise. An der einen Stelle heißt es Vollgas, an anderen Stellen bestimmen verträumte Gitarrenläufe das Tempo. Hier angenehm zurückhaltende Keyboardpassagen, dort melancholisch getragenes Geshoute. Schließlich gewinnt die Raserei wieder Oberhand, walzt alles nieder und reißt einen kompromisslos mit.
BE'LAKOR by Oli Samson

Photo by Oli Samson

Nicht nur, weil "Vessels" ein Konzeptalbum darstellt und eine Geschichte erzählen will, fällt es mir schwer, den einen oder anderen Song besonders hervorzuheben. Einzigartig und überzeugend ist nämlich jeder der acht Tracks. Mit "Vessels" haben es BE´LAKOR erneut geschafft, mich in Ihren Bann zu ziehen. Ein Album, das ich - genau wie ihre Vorgänger - sicher öfter in die Hand nehmen werde. Trackliste: 1. Luma (2:01) 2. An Ember´s Arc (8:39) 3. Withering Strands (11:10) 4. Roots to Sever (7:14) 5. Whelm (7:29) 6. A Thread Dissolves (3:02) 7. Grasping Light (7:00) 8. The Smoke of Many Fires (9:42) Gesamtspielzeit: 56:17 Homepage: www.belakorband.com/ Facebook: www.facebook.com/belakorband/ Bandcamp: belakor.bandcamp.com/ Album-VÖ 24.06.2016 5-Blitz