(Rise Records/ BMG/ Warner) Man braucht einfach Konstante im Leben - selbst wenn sich aufgrund persönlicher Umstände die gesetzten Prioritäten verändern oder anpassen. Es sind diese nicht veränderbaren Größen, die einem Halt geben und erden. Dieser kleine philosophische Absatz soll eigentlich nur verdeutlichen, dass es auch mit neuen Alben von THE BOUNCING SOULS nicht anders, als im normativen Leben ist: Man weiß was man bekommt, die Nuancen sind mal schärfer gesetzt oder laid-back angehaucht. Aber immer sind THE BOUNCING SOULS unverkennbar. Und gerade diese Verlässlichkeit macht sie so unvergleichlich im schnelllebigen Musikbusiness. Wer in knapp 30 Jahren Bandbestehen, 10 Studioalben veröffentlicht, kann als entspannt und abgezockt gelten. Wenn außer dem Drummer das Bandgefüge auch noch das Gleiche wie zur Anfangszeit ist, weiß man: Hier steckt Herzblut von langjährigen Freunden drin. Der aktuelle Drummer hört übrigens auf den Namen George Rebelo und hat mit seinem präzisen, druckvollen Skills schon Hot Water Music oder Against Me! die nötige Power verliehen. Ohne zuviel zu verraten, ist "Simplicity" im Gegensatz zum Vorgängeralbum "Comet" wieder schwungvoller geraten. "Comet" war das Erwachsenenwerk, "Simplicity" hat teilweise wieder das ungetüme Momentum auf seiner Seite. 'Driving All Night' eröffnet einen 13-Track Reigen, der in die warme sonnedurchflutete Jahreszeit perfekt aufgehoben zu sein scheint. Melodien, Backgroundchöre, starke Riffs und die unanchahmliche Coolness von Sänger Greg Attonito. Das nicht nur das nach vorne preschen verzücken kann, sondern auch perfekte Harmonien im Midtempo funktionieren, beweisen THE BOUNCING SOULS mit 'Satellite'. Sehr entspannter Vortrag, bei dem sich die Haare auf dem Arm und im Nacken von ganz alleine aufstellen, weil die Durchblutung vor Glückshormonausschüttung geradezu explodiert. So verändert sich die Dynamik im munteren Wechselspiel von schnell und zupackend ('I Wanna Be Bored', 'Digital Twilight Zone' oder 'Hey Aliens') zu zurückgelehnten Adult-PunkRock mit Mega-Melodien (wie bei 'Gravity' und 'Hero Zero') als auch die beliebten und typischen Sing-A-Long-Geschosse, die hier durch 'Writing On A Wall' und 'Up To Us' vertreten sind. THE BOUNCING SOULS sind ihrem Charakter treu geblieben und überzeugen mit ihrem neuen Album "Simplicity" auf ganzer Linie. Wobei hier eher die treuen Fans bedient werden - diejenigen, die mit den Jungs aus New Jersey bisher wenig bis nichts anzufangen wussten, werden vermutlich auch weiter nicht erreicht, da sich musikalisch (zum Glück) nicht weiterentwickelt wurde und die üblichen Standards neu und hübsch verpackt dargeboten werden. Adobe Photoshop PDF Ich bin Fan und freue mich über jede einzelne Note, die von THE BOUNCING SOULS freigelassen wird. Daher sind die 5 Blitze unter Vorbehalt für den neutralen Leser zu bewerten (der aber mindestens 4,5 Blitze geben sollte 🙂 ) Album-VÖ: 29.07.2016 5-Blitz