(Peccatum Records – earMUSIC/Edel) Supergroup hier, Supergroup da. Langsam, so habe ich gedacht, reicht es aber mit den ständigen Bäumchen-Wechsel-Dich-Spielen. Besonders dann, wenn die entstandenen Erwartungen weit untertroffen werden, mache ich mir schon Gedanken über den momentanen Hype, der wie ein trockener Busch durch eine noch langweiligere Western-Szenerie kugelt. Mit großer Vorsicht und niedrigen Erwartungen bin ich deshalb an das erste Album von SINSAENUM gegangen, welches den Titel "Echoes Of The Tortured" trägt. Eines muss ich dem Teil aber lassen. Selbst wenn ich höhere Erwartungen gehabt hätte, so wären wohl auch diese bei weitem übertroffen worden. Endlich mal eine Superkapelle, die dem Namen auch gerecht wird! Deshalb direkt zu den Besetzungsfakten. Sean Zatorsky von Chimaira, der Sänger von Mayhem, ein Saitenhexer von Dragonblast und einer von Dragonforce, zusätzlich der Basser von Seth und der Ex-Schlagzeuger von Slipknot. Klang für mich erstmal nach einer sehr, sehr experimentellen Melange, doch beim ersten Anspielen wurde mir dieser Zahn jedoch schmerzhaft schnell gezogen. Schließlich hat man es mit Vollblutmusikern zu tun und mit "Echoes Of The Tortured" haben die Jungs eine erfrischende Interpretation von zeitgenössischem Death Metal auf Lager. "Echoes Of The Tortured" tritt in jedem Fall richtig dick in den Hintern. Der perfekte Soundtrack also, um der Sonne einen perfekten Stinkefinger entgegenzustrecken.
Photo courtesy of Peccatum Records

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Ein starkes Teil, welches mit zwanzig Tracks zu Buche schlägt. Gut, einige hiervon sind zwar „nur“ Interludes, jedoch fügen sie sich ausnahmslos gut in den Kanon der übrigen Songs ein. Songtitel wie 'Excommunicare', 'Inverted Cross' und 'Final Curse', klingen zwar so, als seien sie einer fetzigen Runde Death Metal-Bullshitbingo entsprungen. Doch auch hier lässt man sich allzu leicht täuschen, denn die Songs treffen voll ins Schwarze. Gut durchdachte Strukturen, virtuose Gitarrenarbeit, brachiale Drums und zur Raserei animierender Gesang sind die Zutaten, die SINSAENUM zu einer teuflischen guten Mischung machen und meinen Kopf zu frenetischem Nicken animieren. Mit "Echoes Of The Tortured" räumen SINSAENUM jedenfalls sämtliche meiner anfänglichen Zweifel aus und liefern definitiv ein herrliches Metal-Sommergewitter wie es im Buche steht. Was gehört dazu? Richtig, Blitze! Von mir gibt es fünf ganze und einen halben. Album-VÖ: 29.07.2016 5.5-Blitz