(SPV / Steamhammer) Arr! Rock’n’Rolf setzt zum dritten Mal nach der RUNNING WILD-Reunion Segel und der Wind weht ordentlich. Unter Jolly Roger geht die Reise direkt auf Platz 2 der deutschen Albumcharts! Rolf Kasparek und seine drei Mitstreiter auf hoher See können sich jedenfalls auf ihre Fans verlassen. Diese halten RUNNING WILD auch nach den letzten zwei eher mittelmäßigen bis schlechten Alben die Treue und werden nun mit "Rapid Foray“ auch endlich für Ihre Geduld und Treue belohnt. Der erste Aspekt, der einem direkt ins Auge fliegt, ist das Artwork des Albums. Endlich wird wieder auch äußerlich das Piratenthema aufgegriffen. Ein viel kritisierter Punkt der letzten Platte wurde damit eliminiert. Auch inhaltlich knüpft RUNNING WILD uneingeschränkt an glorreichen Zeiten an. Die musikalische Mischung aus True-, Power- und Heavy Metal gepaart mit dem Piratenepos lässt das Old School Herz höher schlagen. Vor allem was die Riffs auf dem aktuellen Album angeht, hat RUNNING WILD ordentlich drauf gepackt. Waren die Riffs auf den Vorgängern "Shadowmaker" und "Resilient" noch sehr lasch und energielos, wurde auf "Rapid Foray" vieles richtig gemacht. Die Antwort auf die doch deutliche Kritik wird direkt im Opener 'Black Skies, Red Flag' gegeben. Ordentliches Einstiegsriff, sehr groovig und energetisch. Etwas schwacher Mittelteil aber danach gehts mit Power und Elan weiter. Klingt nach der guten alten Zeit, in der RUNNING WILD einfach alle Weltmeere beherrscht haben. Das Album besitzt einige Tracks, die der Piratenanhängerschaft die Gänsehaut und ein breites Grinsen ins Gesicht zaubern werden. 'Black Bart' ist eine ganz starke Nummer und neben dem Titeltrack 'Rapid Forray' der Anspieltipp auf der Platte. Die nachfolgenden Songs sind wieder Grooveraketen und Headbanggarantien. Auch ein weiteres klassisches Element vergangener Platten wird wieder aufgegriffen. Das Albumfinale 'Last Of The Mohicans' ist ein typischer Longtrack mit über 11 Minuten Spielzeit. Man könnte meinen, RUNNING WILD haben versucht das Megaalbum "Blazon Stone“ unter aktuellen Gegebenheiten wieder aufleben zu lassen. Falls dem so ist, ist es recht gut gelungen. Leider gibt es auch zwei totale Ausfälle auf dem Album. Sehr traurig, weil die Platte echt einiges kann, aber bei diesen beiden Stücken kam ich aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus. Zum einen ist da das Instrumental 'The Depth Of The Sea – Nautilus'. Das Stück tut nichts für das Album und ist weder gut gemacht noch gut anzuhören. Aber auch bei den Vocals lag Rolf mit 'By The Blood In Your Heart' einmal so richtig daneben. Der Versuch war, einen Sing-a-long Stadionhit zu kreieren. Aus dem Versuch ist eher ein Schiffbruch geworden, Der Song ist völlig daneben und rein musikalisch kann das wohl 'ne gute Schülerband auch überbieten. Schade!
running-wild-rapid-foray-9357

Photo courtesy of Steamhammer/SPV

Aber diese zwei Fehlgriffe können nicht darüber hinwegtäuschen, dass mit "Rapid Foray“ ein wirklich gutes Stück Musik erschaffen wurde, welches vor allem die alten RUNNING WILD-Jünger huldigen werden! Was auch schon Platz 2 der Albumcharts untermauert. Reife Leistung, Rock’n’Rolf. Hast dir 5 von 6 Sternen verdient. Album-VÖ: 26.08.2016 5-Blitz