Roadrunner/Warner Mit "Le Petite Mort Or A Conversation With God" veröffentlicht das Quartett aus der für ihre Kriminalität bekannten Stadt Flint, Michigan, ihren zweiten Langspieler. Produziert wurde das Ganze von Josh Schroeder, welcher auch bereits mit The Color Morale und The Browning arbeitete, Justyn Pilbrow und KING 810 selbst in den Random Awesome! Studios in Bay City. Auch auf "Le Petite Mort Or A Conversation With God" klingen die Mannen aus "Murdertown" verdammt wütend und aggressiv. Noch immer erinnert der Sound stellenweise enorm an die Anfänge von Slipknot, was vor allem an der Stimme von Sänger David Gunn liegt. Weiterhin wird Doom-Metal mit Hardcore-Punk und HipHop lastigem Sprechgesang gepaart. Doch "Le Petite Mort Or A Conversation With God" weiß auch mit Jazz-Passagen und Blues-Einflüssen für Abwechslung zu sorgen und so nicht mehr ganz so monoton wie auf dem Debüt "Memoirs Of A Murderer" daher zu kommen. Doch trotz neuer musikalischer Facetten, bleibt es textlich beim alten. Noch immer geht es primär um Gewalt, Drogen, Hass, Waffen, Mord, Verrat und Sex - dem alltäglichen Leben in Flint, Michigan aus Sicht David Gunn's. Häufig wirkt das Ganze wie eine Erzählung, entnommen aus einem Tagebuch. Und eben da wird es über kurz oder lang dann doch monoton. So grauenhaft, hart und bizarr das Sein in "Murdertown" auch sein mag, ich bin nicht wirklich gewillt, mir über 13 Songs hinweg anzuhören, wie viel schlimmer das Leben David's gegenüber dem meinen ist und was ich alles angeblich noch nicht gesehen und erlebt habe. Fuck, etliches habe ich selbst schon erlebt oder zumindest beobachtet. Denn all die beschriebenen Grauen gibt es in anderen Städten eben auch, wenngleich in Flint verdichteter.
Photo by Jimmy Fontaine

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So bekomme ich dann spätestens nach dem fünften Durchlauf von "Le Petite Mort Or A Conversation With God" allmählich Kopfschmerzen und bin es leid, die immer selben Geschichten wieder und wieder zu hören. Als einzelnen Durchlauf darf man sich das neueste KING 810 aber durchaus mal gefallen lassen. Album-VÖ: 16.09.2016 3.5-Blitz