(Redfield Records/ Alive) Ganz dem Credo verpflichtet "There is no "I" in Band" (entliehen der relativ unbekannten PopPunk-Band The Tank) stellen auch TEAM STEREO das Motto des Zusammenhalts vorneweg und brüllen heraus: „There is no I in team but there is in win.“ Rein optisch wird das durch das Albumcover des selbstbetitelten Debüts deutlich, auf dem alle Bandmitglieder zu einer Einheit verschmelzen. Nach sechs Jahren fristen (u.a. im Proberaum), Konzerte spielen, der Veröffentlichung einer EP im Jahr 2011, dem Verlust von fertiggestellten Material und dem nicht aufgeben wollen, sondern neue Songs zu schreiben, ist es nun endlich Zeit geworden, dass TEAM STEREO aus der Deckung kommen. Das Album "Team Stereo" will den geneigten Zuhörer mit 11 Kompositionen unterhalten, die sich im Spannungsfeld zwischen PunkRock und emotionalen HardCore bewegen. Die Düsseldorfer haben mit dem heimischen Redfield Records Label ein passendes Zuhause gefunden. In dem Augenblick als mir die ersten Songs (u.a. 'Cabin Fever' oder 'Solid Gold') um die Ohren gehauen worden sind, machte sich das Gefühl von Nostalgie breit. Ich fühlte mich zurückversetzt in die End-90er/Anfang 2000er Jahre, als der EmoPunk-Hype seinen Höhepunkt erreicht hatte und sich auch im deutschsprachigen Raum eine Szene entwickelte. Damals waren es Pale, Ambrose oder Three Minute Poetry, die den MidwestEmo repräsentierten. Und da alles Gute wiederkommt (siehe z.B. neues Album von American Football), ist es wunderbar, dass TEAM STEREO just ihr Debüt raushauen. Sehr angenehm ist dieser unaufgeregte Ansatz, den TEAM STEREO in ihren Songs verarbeiten - die Tracks fließen, überzeugen mit schönen Refrains und vermeiden jegliche Arroganz oder Eitelkeit. Wenn z.B. 'And All That Jazz' verklungen ist, klingt die Melodie nach, um vom nachfolgenden 'The City' energisch abgelöst zu werden. TEAM STEREO haben das Händchen für zupackende Songstrukturen sowie fesselnde Dynamiken und ihr Talent perfekt umgesetzt. Der Fünfer zeigt auf "Team Stereo", wie emotionaler PunkRock auch heute noch funktionieren kann und muss. Aufgrund der ähnlichen Intonation beim Gesang schießt mir bisweilen der Name Donots durch mein Stammhirn, um dann aber festzustellen - TEAM STEREO machen mehr Druck und sind eine Ecke heavier.
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Team Stereo Photo by Chantal Weber

Wer der guten, alten Zeit nachtrauert, wem Bands wie Garrison, Christiansen oder Liar's Academy nicht gänzlich unbekannt sind, darf sich glücklich schätzen - TEAM STEREO springen mit ihrem Debüt in die Bresche und beweisen, wie Emotionalität mit Drive und DIY-Attitüde bestens unterhalten kann. "Team Stereo" gewinnt keine Innovationspreise und macht gerade deswegen so außergewöhnlich viel Spaß - und mehr muss Musik in meinen Augen auch nicht schaffen. Album-VÖ: 07.10.2016 4.5-Blitz