(Epitaph Records/Indigo) Aus Woe, is Me wurde nach ein paar Umbesetzungen im Jahr 2014 Cursed Sails, nun zwei Jahre später, hat der Sänger die Band verlassen und so entstand nie ein zweites Album dieser Band. Während der Produktion des Album, erschuf man aber schon die dritte Band in kurzer Zeit und das sind nun COVER YOUR TRACKS. Dementsprechend sind Teile des Debütalbums "Fever Dreams" auch noch eigentlich als Lieder für Cursed Sails geschrieben worden. Aber genug mit dem Hin und Her, wollen wir doch mal gucken, was die Jungs so zu bieten haben. Los geht es mit 'Spin Your Bottle', welches druckvoll aus den Puschen kommt und recht schnell an typischen und modernen Metalcore erinnert. Da wird geshoutet, was die Lunge hergibt und der Refrain ist dann recht griffig geraten. Das Alles ist aber nichts, was man nicht schonmal zuvor irgendwo besser gesehen hat. 'Striking Matches' nimmt ein bisschen die Aggressivität aus der Sache und erinnert etwas mehr an einen klassischen Hard Rock-Song. Es erscheint dadurch relativ glatt geleckt und ohne wirklichen Biss. Core-iger wird es aber schon wieder mit 'Bellow', welches stark an einen älteren Bring Me The Horizon-Song erinnert, ohne aber dessen Qualität zu erreichen. Langsam frage ich mich, was für eine Art von Band COVER YOUR TRACKS eigentlich sein wollen, der Anfang von 'Are We Innocent' hört sich nämlich stark nach typischem Indie Rock an und wird auch noch von einem Klavier untermalt. Der Rest erinnert an einen radiotauglichen Pop-Rock Song, um vielleicht auf der Welle des neusten Bring Me The Horizon-Outputs mitreiten zukönnen. So wirklich hart ist auch 'Good Enough' nicht, hat aber leider auch sonst so gar nichts, was mich bei Stange halten würde. Und wie aus dem Nichts schalten sie wieder in den Metalcore-Modus um. Also darf bei 'Lights Out' wieder geshoutet werden, sonst wäre bei dem Stück noch ein kleines elektronisches Intermezzo erwähnenswert. Nicht nur vom Gesang her erinnert 'Cages' frappierend an einen Thirty Seconds To Mars-Song, die Jungs kopieren auf ihrem Debüt Werk echt munter durch die Rock-Landschaft. Auch 'Follow Me' ist Standardkost und zieht ohne nennenswerte Elemente am Hörer vorbei.
cover-your-track-band-photo-2016-courtesy-of-epitaph-records

Photo courtesy of Epitaph Records

Warum es bei 'Never Again' ein paar Gesangsteile im Stil eines Marilyn Manson gibt, wird sich mir wohl auch nicht so schnell erschließen. Ist aber auch egal, denn mit 'The Surge' erwartet uns nämlich schon das Finale von "Fever Dreams". Ein ganz angenehmes, kurzes und melidöses Outro und nach gerade mal 30 Minuten ist dann auch schon alles vorbei. Ich bin ja echt mal gespannt, wie lange sich COVER YOUR TRACKS halten werden, ich glaube nämlich nach dem ganzen Hin und Her der letzten Jahre wissen die Jungs nichtmal selber, was sie eigentlich machen wollten. Das vorliegende Album springt jedenfalls lustig in verschiedenen Genres des Rock herum und weiß nie so richtig, was es nun sein will. Vielleicht sind die härteren Lieder auch nur noch die Relikte der eigentlich zweiten geplanten Platte von Cursed Sails? Das alles ist vernünftig produziert, vermisst aber jegliche Innovation oder halt auch Frische. Und auch nach mehreren Durchläufen ist mir noch kein Song im Kopf hängen geblieben. So rettet sich das ziemlich belanglose Album auf den letzten Metern in die Mittelmäßigkeit. Album-VÖ: 09.09.2016 3-Blitz