CENTURY MEDIA Im elften Monat des Jahres 2016 hämmern die schwedischen Melodic-Death Metaller von DARK TRANQUILLITY mit ihrem elften Studioalbum "Atoma" an unsere Gehörgänge. Nach dem das letzte Album des Göteborger Quintett´s eher magere Kost war, stellt sich der Fangemeinde nun die Frage, wohin die Reise im aktuellen Werk geht. Knüpft es an das im Jahr 2013 veröffentlichte Album "Construct" an oder finden die Skandinavier zur alten Präsenz zurück? Wie ist das Werk zu anderen Vertretern des Genres einzuordnen, wie In Flames oder Soilwork? Dem eventuellen Abrutschen von DARK TRANQUILLITY in die Belanglosigkeit ballern einem die ersten drei Tracks von "Atoma" konsequent das Gegenteil ins Gesicht. Mit 'Encicled', dem Opener des Albums, werden alle Facetten des modernen DARK TRANQUILLITY-Spektrums aufgezeigt. Dynamik, harmonische Klavierklänge und Atmosphäre gepaart mit Energie und dem Spiel zwischen dem klareren Gesang von Sänger Mikael Stanne und seinen aus tiefster Kehle hervorgeholten Growls. Der folgende Track 'Atoma', welcher zugleich der Titeltrack des Albums ist, schlägt in die gleiche Kerbe. Große Cleanparts und alles sehr melodisch. Darauf folgt 'Forward Momentum'. Der Song wurde zuletzt als Single-Auskopplung in ein Musikvideo gehüllt und dürfte daher auch in aller Munde sein. Nach nahe zu euphorischem Beginn versinkt das Album jedoch leider wieder etwas in Monotonie. Die Stücke im Mittelteil des Albums versprühen nicht mehr die Energie und den Flair des Beginns. Auch wenn auf "Atoma" zum ersten Mal der neue Rhythmusgitarrist Jens Florén anstatt des im März ausgestiegenen Gründungsmitgliedes Martin Henriksson die Band unterstützt, kommt es dennoch zu Problemen, die schon negativ auf "Construct" aufgefallen sind. An manchen Teilen des Albums wirkt die Umsetzung etwas ideenlos. Besondere Kreativität kann man DARK TRANQUILLITY leider nicht zuschreiben und so wiederholen sich des öfteren Tonfolgen und Grundgerüste im Aufbau. Ein Beispiel dafür ist 'Proof of Life'. Auf der einen Seite besitzt der Song viel Emotion, aber auf der anderen Seite erinnert der Track stark an eine schwache Version des Titeltracks. Durchgehend gibt es romantisch angehauchte Texte und schöne Melodien, jedoch wirkt es zeitweise etwas zu wenig in meinen Augen. Aus diesem musikalischen Schatten wird man dann mit 'Clearing Skies' gerissen. Der Song ist wieder ein Lichtblick auf dem Album und gehört auch zu den Besten auf "Atoma". Hintenraus zeigen DARK TRANQUILLITY noch einmal Ihre Klasse. 'Caves and Embers' ist ein klassischer Midtempo-Song, der Fans von der ersten Sekunde an abholt. Ab und an brechen DARK TRANQUILLITY mit ihren gewohnten Song-Schemata und zeigen doch noch so etwas wie Innovation.
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Photo courtesy of Century Media

Alles in Allem ist es ein solides Album, welches deutlich besser wirkt als noch "Construct", aber dennoch nicht überragend wirkt. Dafür sind weite Teile leider zu monoton und man bekommt das Gefühl viele Songs schonmal gehört zu haben. Für meinen Geschmack auch leider etwas zu clean. Die Gesamtspielzeit beträgt 49:33 Minuten und kommt in der Special Edition mit 2 Bonustracks auf separater CD. Und dafür gibt es 4 von 6 Blitzen. Album-VÖ: 04.11.2016 4-Blitz