(Long Branch/SPV) Da ist es also nun, dass neue Album von ANNISOKAY mit dem griffigen Titel "Devil May Care". Bitte sehr nicht zu verwechseln mit Devil May Cry, welches eine bekannte Videospielreihe ist. Bereits im Jahr 2007 gegründet erschien das Debütalbum "The Luicid Dream[er]" erst 2014, ein Jahr später erschien bereits "Enigmatic Smile". Nun ist es also das dritte Album in drei Jahren, da will man wohl die sieben Anfangsjahre ohne Veröffentlichung gut machen. Ob der moderne Metalcore auch im dritten Jahr in Folge einschlagen wird, muss sich natürlich erst noch zeigen. Bereit der Opener 'Loud' bietet das, was man von dieser Band zu erwarten hat und zwar gute Growls und Shouts, abgewechselt mit überzeugenden Clean Vocals. Der Song wirkt dabei wie eine ziemlich kühl kalkulierte Sache, d.h. bloss keine Experimente und ein bisschen zu sehr auf Sicherheit geschrieben. Da finde ich die Spielerei mit viel elektronischen Beats in 'What's Wrong' deutlich angenehmer. Die Melodie geht schneller ins Ohr und alles in allem macht dieses Lied einfach nur Spaß. Bei 'Smile' gibt sich nun Marcus Bridge von Nortlane die Ehre. Die ganze Sache kommt etwas ruhiger daher und daher passt seine Stimme echt sehr gut. Sicherlich kein Meisterwerk, aber gut hörbar. Munter drauf los buchstabiert wird in 'D.O.M.I.N.A.N.C.E.', das gibt dem ganzen einen kleinen mysteriösen Touch, mehr kann ich zu dem Stück aber auch nicht sagen. 'Blind Lane' verzichtet fast komplett auf Daves Shouts und erinnert auch sonst sehr an die massenkompatiblen Linkin Park-Songs. Sicherlich eine schöne Melodie und auch durchaus eingängig, biedert es sich mir doch 'ne Nummer zu sehr an einen 08/15 Popsong an. Richtig gefällig ist aber 'Thumbs Up, Thumbs Down' welches wieder einen Gastsänger zu bieten hat. Das komplette Lied wirkt aber auch so, als ob es gezielt für Christoph von Freydorf mit geschrieben wurde. So erinnert es teilweise stark an einen Emil Bulls-Song, was aber ja eigentlich auch gar nicht schlecht sein kann. Trotz viel Einsatz von Dave kommt auch 'Hourglass' eher gesittet daher und lässt den letzten Schliff vermissen. 'Photographs' hat dann die Qualität, die ich gerne auf dem ganzen Album gehabt hätte. Das Wechselspiel zwischen Hart und Zart gefällt mir außerordentlich gut und die Eingängigkeit kann sich auch sehen lassen. Wir nähern uns jetzt langsam aber sicher tatsächlich schon dem Ende und 'Gold' bietet einfach noch mehr vom Gleichen und geht deswegen an mir recht spurlos vorbei. Irgendwie fällt mir auch zu 'The Last Planet' nicht mehr viel ein. Es hat ein paar recht balladeske Phasen und bietet somit einen durch und durch klassischen Rauswurf.
Photo by Felix Froehlich

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"Devil May Care" ist ein gutes Album geworden, aber leider auch nicht mehr. Beide Vorgängeralben haben mir da deutlich besser gefallen und ich denke auch insgesamt hätte man von den Jungs einfach mehr erwarten dürfen. Ein richtiger Kracher fehlt diesmal sogar komplett und insgesamt gibt es zu viel uninspirierte Standardkost. Die wurde zwar auf hohem Niveau produziert und auch die Gastauftritte können sich mehr als nur hören lassen, aber im Endeffekt ist das für mich eine kleine Enttäuschung. Fans werden sicherlich viel Spaß mit dem Album haben und auch sonst kann man das, wenn man seine Erwartungshaltung nach den grandiosen Vorgängern etwas drosselt. VÖ-Datum: 11.11.2016 4-Blitz