Die Emo-Heroren von JIMMY EAT WORLD haben sich nicht lumpen lassen und als Support für ihre "Integrity Blues"-Tour die Alternative-Rocker von DEAF HAVANA mit ins Gepäck geschmuggelt. Das dies eine äußerst stimmige Kombination darstellt, davon konnten sich knapp tausend Besucher im Münsteraner Skaters Palace überzeugen.

Viel Zeit hatten DEAF HAVANA nicht zur Verfügung, um die JIMMY EAT WORLD Fans von sich zu überzeugen. Knapp bemessene dreißig Minuten sind nicht gerade viel für eine Band, welche sich anschickt im nächsten Jahr den vierten Longplayer auf den Markt zu bringen. Ab dem 27. Januar soll "All These Countless Nights" in den Läden und Downloadshops dieser Welt zur Verfügung stehen. Laut Frontmann James Veck-Gilodi wird das neue Material den nächsten Schritt in der Entwicklung von DEAF HAVANA markieren: "Dieses Album muss uns auf eine neue Ebene bringen. Nicht in Bezug auf Charts-Platzierungen, das ist mir egal. Ich kann es nur kaum erwarten, dass die Leute die Platte hören." Ausdruck dieser freudigen Erwartungshaltung dürfte es dann auch gewesen sein, dass das halbe Set an diesem Abend aus Songs der bald erscheinenden Platte bestand. Zur Begrüßung gab es das bereits bekannte '22', bevor die neuen Tracks auf das Publikum abgefeuert wurden. Im Rahmen dieser akkustischen Sneak-Preview wurde dann auch recht schnell deutlich, dass sich die Engländer mit dem neuen Album noch mehr in Richtung hymnischer Alternative Rock entwickeln. Für Fans der ersten Stunde eventuell nicht so schön, aber wer solche eingängigen Tracks wie 'Sing' oder 'Cassiopia' auf der Habenseite verbuchen kann, der wird auch schnell wieder neue Hörer gewinnen. Mit den derzeitigen Supportjobs (vor den JEW-Konzerten heizte man bereits für Placebo ein) verteilt man jedenfalls schon mal erfolgreich einige Visitenkarten in der Konzertgängerszene.

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Anschließend gibt es fast zwei Stunden JIMMY EAT WORLD-Sound für Münster. Und wie so oft geht die Band auf Nummer sicher und spielt ein recht überraschungsarmes Set. Es finden sich zwar sechs Tracks vom aktuellen Album ("Integrity Blues") im Set wieder, aber ansonsten bekommt man gefühlt die gleiche Setlist, welche JIMMY EAT WORLD bereits seit einigen Jahren zum besten geben. 14 von 24 gespielten Tracks aus der heutigen Setlist haben bereits 13 Jahre oder mehr auf dem Buckel. Und das liegt jetzt nicht daran, dass JIMMY EAT WORLD in den letzten Jahren keine Platten mehr veröffentlicht hätten. Dem Publikum ist es egal. Die Stimmung vor der Bühne ist ungetrübt und bei den schnelleren Songs blitzen auch immer wieder kleine Pogogewitter auf. Interaktion zwischen Band und Publikum, ebenso wie innerhalb der Band, gibt es hingegen nicht. JIMMY EAT WORLD prügeln einfach einen Song nach dem anderen raus und Jim Adkins bedankt sich alle sechs Songs für das Erscheinen und die Treue der Fans. Mit 'Pain' wird das Hauptset beendet und JIMMY EAT WORLD verlassen für nur wenige Sekunden die Bühne. Die anschließende Zugabe besteht aus 'The Middle', der aktuellen Single 'Sure And Certain' und dem Evergreen 'The Sweetness'. Das die Band auf Nummer sicher geht, hatte ich ja bereits erwähnt. Die jetzt mehrheitlich hüpfenden Konzertbesucher scheinen jedoch genau darauf gewartet zu haben.

Aufgrund vertraglicher Bestimmungen, konnte Gestromt-Redakteur Marc Erdbrügger leider nur Bilder von DEAF HAVANA knipsen. Viel Spaß damit.

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