(Self Release) Der Albumtitel ist Programm – genau das gilt für das Debüt "Without Voices" des Ein-Mann-Projekts NEGATIVE SYMBOLS. 47 Minuten bestehend aus neun Songs, gänzlich ohne Gesang. Stattdessen lassen NEGATIVE SYMBOLS die Instrumente und Kompositionen für sich sprechen. Zwar keine bahnbrechende Neuerung, aber so kann man sich eine ganz eigene Geschichte zu den Songs ausdenken und muss sich gedanklich in kein Setting zwingen lassen. In jedem Fall hört man ziemlich schnell heraus, woher der Wind weht und wohin die Reise geht. Live-Performances für die Post-Black-Metal Combo Der Weg einer Freiheit und ehemals fester Bestandteil von Ära Krä haben deutliche Spuren bei Benedikt Willneckers Songwriting hinterlassen. Schnell ist man daher mit Vergleichen zu vorgenannten Bands zur Hand. Das mag durchaus von Vorteil sein, kann aber auch ein Manko darstellen. Für mich ist "Without Voices" ein gut hörbares und gekonnt durchkomponiertes Album. Atmosphäre steht klar im Vordergrund. Treibende Double-Bass-Attacken walzen einen nach dem anderen Song voran. Filigrane Gitarrenarbeit ersetzt würdig den fehlenden Gesang, der im Übrigen auch nicht zu den Songs gepasst hätte. Konsequenterweise besitzen die Songs auch keine Namen, sondern sind der Einfachheit halber mit römischen Ziffern durchnummeriert. Der folgende Nachteil ist für mich aber ganz klar: schon mal gehört! Die Songs hätten genauso gut auch von Der Weg einer Freiheit stammen können. So büßt NEGATIVE SYMBOLS einen großen und zugleich wichtigen Teil an Eigenständigkeit ein. Klar, die Songs sind handwerklich professionell komponiert und eingespielt, dennoch ist der Spannungsbogen für mich persönlich zu flach. Insgesamt hauen NEGATIVE SYMBOLS mit "Without Voices" zwar ein starkes erstes Album raus, allerdings hinterlässt es aus meiner Sicht keinen besonders großen Fußabdruck. Album-VÖ: 30.11.2016 3.5-Blitz