(Ascot Elite Entertainment Group)

Wer auch sieben Jahre später immer noch denkt, dass der OASIS Split 2009 ein ganz ausgefuchster Promotiontrick ist, der wird mit der Musikdoku "Supersonic" von Mat Whitecross eines besseren belehrt.

Tja, wie kann man die Kuh noch melken, wenn man nach und nach alle Alben der größten Britpop-Band unserer Zeit bereits wiederveröffentlicht hat und sich auch nach sieben Jahren keine Reunion andeutet? Sogar das Gegenteil ist der Fall. Noel Gallagher scheint auf Solopfaden so gut wie lange nicht und auch Liam schickt sich an, 2017, sein erstes Soloalbum auf den Markt zu bringen. Somit scheint die Zeit reif zu sein für die ultimative Musikdoku über eines der größten musikalischen Popphänomene aller Zeiten. "Supersonic" nennt sich der Film von Mat Whitecross (The Road To Guantanamo; 9 Songs) und dieser sei hier jedem Musikfan ans Herz gelegt. Denn auch wenn man sich nicht zu den Fans von OASIS zählt, gelingt es dem Filmemacher einen kurzweiligen und interessanten Film zu kreieren.

Der Film behandelt vornehmlich die Anfangsjahre von 1993-1996 und beeindruckt u.a. mit Aufnahmen des legendären Konzertes von Knebworth, 1996, wo OASIS vor einer viertel Million Menschen spielte. Immer wieder angetrieben von einer seltsam brüderlichen Hassliebe, die scheinbar zwischen Bewunderung und Verachtung hin und her schwankte, schafften es die beiden Gallagher Brüder, trotz - oder vielleicht auch gerade wegen – unzähliger Skandale zur zeitweise größten Band der Welt.

Whitecross vermischt in seiner Doku Originalaufnahmen mit wunderbaren Versionen bekannter Songs und einer ganzen Menge unterhaltsamer Interviewfetzen und Anekdoten der Gallagher Brüder. Schwachsinn und Genialität gehen hier Hand in Hand. Wie so oft, wenn zu viele Drogen im Spiel sind. Immer wieder richtet er seinen Blick auch auf die Familie Gallagher, liebende Mutter, prügelnder Vater, drei Brüder von denen sich ausgerechnet Querkopf Liam zur treibenden Kraft von OASIS entwickelt.

Der Film ist wirklich sehenswert und kann auch über die komplette Laufzeit von zwei Stunden sehr gut unterhalten. Bild und Ton sind perfekt und lediglich was die Ausstattung der BD angeht, gibt es Abzüge in der B-Note. Als Bonus gibt es ein Interview mit Regisseur Mat Whitecross, einige doppelt verwendete Audiointerviews, den Originaltrailer und die Trailershow zu weiteren Filmen. Da wäre sicherlich mehr drinnen gewesen.

5-Blitz

BlueRay/DVD-VÖ: 11. November 2016