(Universum Film) Was ein Mal funktioniert, wird in Hollywood ja sehr gern fortgesetzt. So auch im Fall THE MECHANIC aus dem Jahr 2011. Wobei ich mich auf die Fortsetzung hier wirklich gefreut habe, denn das Remake des alten Charles Bronson-Films Kalter Hauch aus dem Jahr 1972 gehört zu Jason Stathams guten Werken. Leider schlägt MECHANIC: RESURRECTION nicht in dieselbe Kerbe. Und ich kann zudem noch nicht so wirklich sagen, woran das liegt. Vermutlich an der dünnen Handlung. Waren im ersten Teil noch Kodex, Betrug und Rache Motive, die den Film in Wellenbewegungen verlaufen ließen, ist in der Fortsetzung alles ziemlich geradlinig. Zur Story, die ich mal vom Pressetext ausleihe: "Fünf Tage, vier Kontinente, drei Morde: Seine Tage als Elite-Killer hat Arthur Bishop (Jason Statham) hinter sich gelassen – dachte er zumindest! Doch dann holt ihn die mörderische Vergangenheit ein: Bishops Erzfeind Riah Crain (Sam Hazeldine) entführt seine Freundin Gina (Jessica Alba) und zwingt ihn zur Rückkehr in den alten Job. Innerhalb kürzester Zeit soll der „Mechanic“ einmal um die ganze Welt reisen und das tun, was keiner so gut kann wie er: drei schier unmögliche Auftragsmorde begehen und sie dabei wie Unfälle aussehen lassen …" Und da hätten wir auch schon das erste Logikloch. Bei zwei Morden drücken wir mal ein Auge zu. Aber ... und hier muss ich minimal spoilern... den Gefängnis-Mord als Unfall aussehen zu lassen, wenn man danach zur Flucht ein Loch in eine Mauer sprengt? Nun ja... Da wurde wohl zuviel Fokus auf die Action gelegt. Und da liegt wohl der Hase im Pfeffer. Ich schätze Regisseur Dennis Gansel für seine Arbeit bei Die Welle, Napola und Wir sind die Nacht, aber muss man ihn für einen Action-Film heranziehen? Als Hollywood-Debüt? Versteht mich nicht falsch, die Action-Sequenzen sind gut, was man wohl auch Statham und dem Koordinator, dessen Namen ich jetzt nicht mehr auf Tasche habe, zuschreiben kann. Der Mann ist laut Making Off in Hollywood eine Legende und hatte vermutlich den Bärenanteil bei der Action-Choreographie. Aber möchte man, dass Bishop als Ein-Mann-Armee reihenweise böse Bodyguards niedermäht? Wir gucken hier schließlich MECHANIC, den Mechaniker, nicht einen Abklatsch von Conan dem Zerstörer. Sollte man ein weiteres Mal zum Franchise zurückkehren, dann bitte wieder etwas stiller und wie man es von einem Profilkiller verlangen sollte. mechanic_resurrection_szenenbilder_10-72dpiNeben Jason Statham und Jessica Alba bekommen wir hier noch Tommy Lee Jones (Men in Black), Michelle Yeoh (James Bond 007 – Der Morgen stirbt nie) und Sam Hazeldine (The Huntsman & the Ice Queen) zu sehen. wobei Jones in der Rolle unterfordert ist, aber trotzdem amüsiert. MECHANIC: RESURRECTION ist kein schlechter, aber auch kein guter Film. Stellenweise habe ich mich dabei ertappt, wie ich auf Pause geschaltet habe, um am Handy rumzudaddeln. Einerseits schön, den Charakter des Bishop wiederzusehen, aber im Nachhinein hätte auch THE MECHANIC ausgereicht, dessen Ende im Original ja auch final war. Aber Hollywood hält sich ja gerne noch was offen. DVD/BD/VoD-VÖ: 27.12.2016 3.5-Blitz