(Rise / BMG / Warner)

Bühne frei für die nächste Supergroup: Troy Sanders (Mastodon), Troy van Leeuwen (Queens Of The Stone Age), Tony Hajjar (At The Drive-In) und Mike Zarin (einige) bilden GONE IS GONE und veröffentlichen mit 'Echolocation' das erste vollwertige Album, nach der im letzten Sommer erschienenden 8-Song EP.

Bereits die Vorab-EP machte deutlich wo der Ansatz bei GONE IS GONE lag und liegen wird. Sanders scheint auf jeden Fall der große Impulsgeber zu sein, denn GONE IS GONE ist nichts anderes als die Light-Version von Mastodon. Okay, eine Soundrevolution hat sicherlich niemand erwartet, aber was unter dem Strich auf 'Echolocation' zu hören ist, wirkt dermaßen öde und uninspiriert, dass sich die Vermutung aufdrängt, dass hier nicht verwertbares Füllmaterial der jeweiligen Hauptbands unter das Volk gebracht werden soll.

Den Stein zum Rollen für GONE IS GONE brachten allerdings Haijar und Zarin, welche bereits seit einigen Tagen immer mal wieder an Soundtracks für Zarins Produktionsfirma basteln. Sphärische Gitarrensounds, welche man sich wunderbar als Untermalung für eine Sc-Fi-Landschaft vorstellen kann, durchziehen 'Echolocation' vom ersten bis zum letzten Takt. Dieses Gemisch aus Stoner Rock und Doom besticht durch eine gewisse Gleichförmigkeit, welche aber gleichzeitig dafür sorgt, dass man hier und da mal die Skip-Taste drücken möchte. Denn trotz ihrer Länge brechen viele Songs irgendwie zu früh ab, bevor sie ihre ganze Kraft entfalten können. So wartet man auch mal vergeblich auf die Explosion oder Erruption, welche dem ein oder anderen Track ('Dublin'; 'Resolve'; 'Sentient') gut zu Gesicht gestanden hätten.

Während Tracks wie 'Colourfade' mit einer ordentlichen Portion Grunge a la Alice In Chains geimpft wurden, klingen bei anderen Tracks klar die jeweiligen Hauptbands der Akteure durch ('Gift' = QOTSA; 'Resurge' = At The Drive-In). Interessant wird es, wenn sich GONE IS GONE mit 'Roads' an einer Coverversion des Portishead-Klassikers versuchen. Der Band gelingt es, die Stimmung des Originals zu reproduzieren und nochmals eine Prise Beklemmung und Schwermut oben drauf zu setzen. Für mich das Highlight des Albums und sehr gut vorstellbar in einem kommenden Filmsoundtrack.

Wer sich jetzt noch einen hörbaren Eindruck von GONE IS GONE verschaffen möchte, der sollte sich das Musikvideo zum Song 'Dublin' anschauen, welches bereits seit einiger Zeit im Netz verfügbar ist:

Fazit:

GONE IS GONE wollen sich nicht als Supergroup verstanden sehen und auch nicht als kleines Nebenprojekt für musikalische Fingerübungen, nein, GONE IS GONE sind, laut Selbstauskunft, eine richtige Band. Somit ist es angesichts der hier versammelten Talente äußerst schade, dass es Ihnen mit ihrem ersten Album nicht gelingt, wahre Begeisterung zu entfachen.

3.5-Blitz

Album-VÖ: 06.01.2017