(Caroline / Universal)

Irgendwie bitter, da hat man einige der bedeutendsten Alternative-Hymnen der 90er-Jahre geschrieben und dennoch dreht sich jede Plattenkritik und Rezension über neue Veröffentlichungen immer nur um die Ex-Frau. Willkommen in der Welt von Herrn Rosdale.

"Ich hatte 20 schöne Jahre mit einer Frau, die ich von ganzem Herzen geliebt habe. Ich ging danach durch die schlimmste Krise meines Lebens und drohte daran zu zerbrechen"

G.Rosdale über seine Beziehung zu Gwen Stefani.

Auch wenn er selbst nicht daran zerbrochen ist, die Karriere ist am Boden. Wie sehr am Boden, wird deutlich, wenn man sich die Tracks auf "Black And White Rainbows" zu Gemüte führt. Das inzwischen bereits dritte Album seit der Reunion im Jahre 2010 markiert den absoluten Tiefpunkt in der Discographie der Briten. Denn BUSH machen auf diesem Album wirklich alles falsch, was man nur falsch machen kann. Entweder gibt es uninspiriertes Gejammer in dem Rosdale seiner Ex hinterherschmachtet ('Mad Love'; 'Lost In You') oder komplett überproduzierten Quark der mehr Effekte einsetzt als der nächste Michael Bay Film (erneut 'Mad Love'; 'Sky Turns Day Glo').

Auch wenn die Vorab-Single 'Mad Love' hier bereits in zweifacher Hinsicht als Negativbeispiel herhalten musste, ist dieser Song noch einer der beiden (!) annehmbaren Tracks auf "Black And White Rainbows". Führt man sich die Single zu Gemüte, so mag man sich gar nicht ausmalen, wie der Rest der Platte klingen mag:

Neben diesem Track zählt lediglich 'P.E.A.C.E.s.' zu den annehmbaren Nummern. Gepaart mit einem netten Sweet-Child-Of-Mine-Gedächtnis Riff, kommt der Song wesentlich zackiger um die Ecke als alle weiteren zwölf Vergehen, die sich Rosdale hier herausnimmt. Jedem Song fehlt die Kraft, eine einnehmende Melodie oder schlicht und einfach: die Inspiration.

Das vor sich hinpluckernde 'Water' würden sich selbst die Gegenwarts-Jimmy Eat World nicht trauen als B-Seite zu veröffentlichen. Langweiler wie 'Nurse', 'Raven' oder 'The Edge of Love' bedienen sich im Songbau-Setzkasten von Creed, Matchbox Twenty oder Nickelback. Und wen diese Referenz Liste noch nicht genug schaudern lässt, der kann sich zur Selbstgeißelung mal an 'Toma Mi Corazon' heranwagen.

Tja, Gwen ist also weg und hat neben den Kindern scheinbar auch das Mojo von Gavin mitgenommen. Eine weitere BUSH Platte benötigt die Welt nicht. Ihr könnt Euch wieder auflösen.

Album-VÖ: 10.03.2017