(Open E Records)

Die Redewendung "Lower The Bar“ kann man auf viele Lebensbereiche beziehen und auf ganz verschiedene Weisen deuten. Mit dem „Senken des Niveaus“ kann zum Beispiel ausgedrückt werden, seine Lebensweise auf des Wesentliche zu beschränken und seine Ansprüche zu reduzieren. Somit glücklicher leben und zu schätzen was man besitzt. Eine andere Interpretation ist es, seine Ziele zu verringern um schneller Erfolge zu reichen. Oder man hält es einfach mit STEEL PANTHER und senkt einfach das textliche Niveau und zielt, wie bereits seit den Anfängen im Jahr 2000 einfach knallhart und zielgenau unter die Gürtellinie. Mit dem vierten Studioalbum "Lower The Bar“ machen STEEL PANTHER da weiter, wo schon der Vorgänger “All You Can Eat“ aus 2014 angesetzt hatte. Man hält die Texte simpel und ordinär und entwickelt sich musikalisch ein kleines Stück weiter. Man merkt, dass die Erfahrungen der letzten Jahre der Band instrumental gut getan haben und nun auch mal komplexe Gitarrenstrukturen, sehr blues-lastige Passagen und solide Rockriffs die 11 Songs der Platte, inklusive dem Cheap Trick Cover 'She´s Tight', durchziehen. Textlich hingegen wird es reichlich eintönig und man fokussiert sich inhaltlich auf den Intimbereich. Dabei wird wieder die gesamte Spannbreite der metaphorischen Umschreibungen für die weiblichen Geschlechtsteile ausgeschöpft.

Die ersten Tracks des Albums beschreiben schon namentlich wohin die Reise geht. ‘Goin' in the Back Door‘, ‘Anything Goes‘ und ’Poontang Boomerang‘, welches bereits als Video vorab veröffentlich wurde, zeigen mit gewohnter STEEL PANTHER Schlüpfrigkeit was den Hörer auf dem Album erwartet. Und leider kommt dann auch nicht viel mehr Abwechslung in den Gehörgang. Klar haben wir auch auf Album Nummer vier mit ’That’s When You Came In’ einen langsamen balladigen Track der ganz Bon Jovi like zum Mitsingen einlädt. Eine gehörige Portion Blues gibts bei 'I Walk Of Shame' und das mit einer Selbstverständlichkeit als hätten die vier Kalifornier nie etwas anders gemacht. Das Album atmet Hair Metal in vollen Zügen, lässt aber durchaus etwas Ideenreichtum und für STEEL PANTHER Verhältnisse untypisch, einen richtigen Party Ohrwurm vermissen. Auf der anderen Seite steht jedoch die solide Interpretation des Cheap Trick Klassikers 'She´s Tight‘ und ein durch die Bank solides Album das einem oftmals ein Schmunzeln ins Gesicht bringt und ein amüsantes ungläubiges Kopfschütteln verursacht. “Lower The Bar“ ist halt Albumtitel und Konzept in einem und an dieses wird sich auch konsequent gehalten. 

Album-VÖ: 24.03.2017