(Gunner Records/ Broken Silence)

Aus dem schönen Kanada (Edmonton/Alberta) stammen WORST DAYS DOWN und sind mit ihrem Album "Elsewhere" erstmalig als Quartett unterwegs, nachdem das Debüt "Money, God And Other Drugs" 2013 noch als akustisches Soloprojekt von Songwriter und Frontmann Ben Sir daherkam.

Um den geneigten Leser dieser Rezension kurz mal einzunorden, wohin die Reise mit "Elsewhere" geht: In der Info ist von älteren The Gaslight Anthem ("The '59 Sound"-Zeiten) die Rede, welches ich sogar teilweise unterschreiben würde - mir schiessen allerdings Namen wie Broadway Calls, The Swellers, Junction 18 (kennt die noch jemand?) oder The Ataris durch's Stammhirn.

Sehr melodiöser Punkrock, der sich im Midtempo zuhause fühlt und mit der angenehm warmen und sympathischen Stimme von Ben Sir punkten kann. WORST DAYS DOWN beweisen ein excellentes Händchen für Songstrukturen, die sich einfräsen und dich durch den Tag begleiten werden ('A Song For David').

10 Songs, kein Ausfall...muss man erstmal schaffen. Bester (textlich) emotionaler Punkrock, der mit melancholischer Note den Übergang von der dunklen Jahreszeit in den Frühling musikalisch untermalt und auch nach dem zehnten Hördurchgang Spass macht. Da ein wunderschöner Background-Chor, dort die perfekt abgestimmten Gitarrenmelodien, die sich jeweils zu perfekt getimten Refrains zusammenfinden.

Um mal eine persönliche Anmerkung zu machen: Seit einigen Jahren warte ich auf dieses eine Album, welches mich beim ersten Hören packen kann und so sehr mitnimmt auf die Reise, dass es ein Stück Musik ist, welches ich immer und immer auflegen mag. Da muss nicht zwangsläufig innovativ sein, aber songwriterisch so dicht konstruiert daherkommen, dass nicht nur der Kopf, sondern vor allem das Herz, der Bauch, die Beine angesprochen werden. Dieses Flattern in der Magengegend, wenn der erste Ton schon so viel verspricht und man weiß, es wird auch eingehalten!

Worst_Days_Down_Photo_by_Travis_Nesbitt

Worst Days Down Photo by Travis Nesbitt

WORST DAYS DOWN gehören mit "Elsewhere" ab sofort zu meinen Lieblingsbands und sollte es gerecht auf dieser Welt zugehen (was es leider nicht tut), gäbe es hier das "nächste große Ding" im Midtempo-Punkrock abzufeiern. So werden WORST DAYS DOWN es nicht über den Geheimtip-Status hinausschaffen, aber dafür exclusiv für die Kenner der Szene bleiben. 🙂

Album-VÖ: 17.03.2017