(Long Branch Records/ SPV)

Mit ihrem vierten Studioalbum "The Great Collapse" zeigen FIT FOR AN AUTOPSY erneut, was für ein Ausnahme-Act sie im Bereich des Deathcore sind. Hier werden zwar klassische Grundzüge des Genres als Grundlage verwendet, man scheut sich aber auch nicht, fast schon atmosphärische Parts einzubauen, erkennbare Gesangsmelodien (wenn auch ziemlich rau gegröhlt) zu verwenden und auch in den sonst eher strikten Song-Strukturen deutlich variabler zu sein, als ca. 95% der Marktbegleiter.

Sicherlich ein nicht zu unterschätzender Vorteil der Band ist sicherlich, dass ihr Gitarrist Will Putney nebenher auch Studioproduzent ist und neben den Alben seiner eigenen Band auch viele andere Szenegrößen durch sein Studio schleust. Dass hier auch noch ein dritter Gitarrist mit am Werk ist, geht in Zeiten der Überproduktionen fast schon unter, wird aber live sicherlich auch einen deutlich anderen Sound ermöglichen, als das andere Bands bewerkstelligen können.
Ebenfalls nahezu Genre-untypisch ist der Groove, der den meisten Songs zu Grunde liegt. Hier geht es nicht nur um das Erreichen neuer Geschwindigkeitsrekorde, hier soll der Zuhörer auch mitbekommen, was da zusammenkomponiert wurde.

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Fit For An Autopsy Photo by Bobby Bates


Grundsätzlich ist "The Great Collapse" also ein Vorreiter-Album für das gesamte Genre, im direkten Vergleich mit anderen Bands außerhalb des Deathcore muss man sich aber eher wieder als eine von vielen betrachten.

Für das schicke Cover-Artwork des Künstlers Adam Burke gibt es noch ein Sternchen in der B-Note, aber unterm Strich bleibt die Scheibe dann eben doch ein Stück Deathcore.Für mich ist 'Heads Will Hang' der Vorzeigetitel des Albums, der ziemlich gut zusammenfasst, was man sonst noch so auf dem Album erwarten darf. Wem aber Deathcore bislang nicht im Ansatz gefallen hat, der kann sich auch das hier ggf. sparen.

Album-VÖ: 17.03.2017