(Roadrunner Records/ Warner)

Aus dem britischen Southampton stammend, wollen CREEPER mit ihrem Debüt "Eternity, In Your Arms" der Welt beweisen, warum derzeit so ein Brimborium um sie veranstaltet wird. Emotionaler Punkrock mit Hymnen-Charakter ist ja schliesslich nicht die neueste Idee.

Ich darf euch kurz meine ersten Assoziationen nennen, die mir bei den ersten Hördurchgängen durch den Kopf geschossen sind? Als da wären: My Chemical Romance, ältere AFI, Alkaline Trio, Aiden und hittige Boysetsfire. Klingt wie ein kleines Best-Of von emotional geprägten Punkrock, mit dem richtigen Kick Goth-Düsternis, oder? Und genau in dieser Liga bewegen sich auch CREEPER.

Nach drei hervorragenden EPs und unermüdlichen Touren in ihrem Heimatland United Kingdom, ist auch das Festland und der Rest der Welt bereit für die möglichen Abräumer dieser Saison. Dafür gibt es mit "Eternity, In Your Arms" neuen Stoff und CREEPER werden ohne Probleme die Lücke füllen können, die die kreativen Pausen oder Auflösungen o.g. Bands hinterlassen haben.

Große Gesten, mächtige Refrains und ein druckvolles Zusammenspiel des Sextetts machen schon die ersten Songs 'Black Rain' und 'Poison Pens' zu einem Erlebnis. Das sind im besten Sinne Hymnen, die sich im Gehörgang einnisten. Und durch den Mut Gefühle in powervolle Uptempo-Punkrock-Songs zu verpacken, die ihren melancholischen Unterton aber nie verhehlen wollen, schaffen es CREEPER einen Wiedererkennungswert zu kreieren, der Respekt einfordert.

Ich bin immer vorsichtig mit Lobhudeleien von Bands, die hochgepusht durch die englische Musikpresse einen Status inne haben, der sich selten bestätigen lässt, wenn man sich die dazugehörigen, teilweise langweiligen, Alben einhören muss. CREEPER präsentieren aber genau das Gegenteil von Langweiligkeit, was mich zu der Annahme führt, dass es hier wirklich ein Kleinod zu entdecken gibt. Das ist aufregender Power-Punkrock, der mit minimalen Goth-Elementen spielt und in den richtigen Momenten ('Misery') eine Spannung aufbauen kann, welche sich kurz darauf explosiv entlädt ('Room 309').

"Eternity, In Your Arms" entwickelt eine megagute Dynamik, die einem kaum Zeit zum Luftholen gewährt - und wer dutzendfach Hits (die sehr empfehlenswerten EPs mit eingerechnet) der Marke 'Suzanne' oder 'Darling' in petto hat, darf sein Album auch mit einer bombastischen Klavier-Ballade ('I Choose To LIve') beenden ohne Fremdscham-Alarm auzulösen.

Creeper_Photo_by_Paul_Harries

Creeper Photo by Paul Harries

CREEPER bestätigen die Vorschußlorbeeren und hätten einen Durchbruch mehr als verdient. "Eternity, In Your Arms" ist eines der spannendsten Alben der bisherigen Saison. Punkt.

Album-VÖ: 24.03.2017