(Frist Pust Records/Function Records)

"Ein Freund einer meiner Freunde hatte eine Konversation mit seinem Vater, als sie von einem Ort zu einem anderen fuhren. Er fragte ihn, was er in seinem nächsten Leben sein möchte. Der Vater sagte: „Ich möchte ein Adler sein.“ Kurz danach starb der Vater. Während alle um das Grab herum standen und sich von ihm verabschiedeten, flog ein Adler über ihnen, drehte ein Runde über ihren Köpfen und flog dann in Richtung der Berge am Horizont. Das ist die Geschichte zu „Majestet“, der dem Album die Initialzündung gegeben hat.“
PETTER CARLSEN

'Majestet' ist an zweiter Stelle auf dem Album platziert und hört man sich diesen Track an und kennt die Geschichte des Adlers, so kann man diesen tatsächlich vor seinem geistigen Auge seine Runden über einer Berglandschaft kreisen sehen. Eine wunderschöne verträumte Melodie, vornehmlich getragen von Gitarre und der einladenden Stimme von CARLSEN, welcher auf diesem Album erstmals in seiner Landessprache singt. Somit schafft es der Norweger auf "Glimt" ein Trademark zu setzen und dem Album so etwas wie ein Alleinstellungsmerkmal aufzudrücken. Drohten die vergangenen CARLSEN Releases doch im Einheitsbrei der Singer/Songwriter-Szene unterzugehen. Die Crux dabei ist dieses Mal jedoch, das mit Liedern auf norwegisch noch niemand den großen Angriff auf die internationale Musikszene starten hat können.

Wirklich ungerecht, denn mit "Glimt" gelingt PETTER CARLSEN nicht nur sein persönlichstes Werk, sondern auch sein bisher bestes. Ein von vorne bis hinten verträumtes und in völliger Melancholie gekleidetes Kleinod, welches sich ganz hervorragend als Soundtrack für lange Autofahrten oder verregnete Sonntagnachmittage daheim eignet.

Photo by Halvard Rundberg

Und nicht nur 'Majestet' lädt zum träumen ein. Auch die weiteren bereits vorab via Download veröffentlichten Tracks 'Spokelse', 'Gnist' und 'Tynnslitt' sind von ganz ähnlicher Intensität und Eindringlichkeit. Trotz der Ruhe und Zurückhaltung, die von diesem Album ausgeht, weisen die meisten Tracks eine ganz großartige Instrumentierung und schöne Arrangements auf. Auffallend sind in diesem Zusammenhag der Titeltrack 'Glimt' und der Closer 'Ekko'. Die beiden Tracks kommen nochmal eine Spur gemächlicher daher und setzen auf eine sehr reduzierte Instrumentierung. Das ganze aber zu Gunsten von einigen spährischen Klängen, die wieder das Kopfkino anlaufen lassen und den Soundtrack für den imaginären Adler liefern.

Album-VÖ: 31.03.2017