(Nuclear Blast)

Holla die Waldfee! Was war denn das bitte? Der Schlag traf mich völlig unerwartet. PALLBEARER, das war wirklich unfair. Wie könnt ihr bitte Eure neue Scheibe "Heartless" mit so einer fies-genialen Melodie beginnen? Erinnert mich persönlich ein wenig an das gute alte Gothic-Album von Paradise Lost und das ergibt insgesamt feinsten Doom Metal, der mir die Freudentränen in die Augen treibt. Ein Melodiebogen wird durch einen noch geileren ersetzt. Der cleane Gesang ging zwar anfangs nicht so gut rein bei mir, das ändert sich aber im Laufe der Zeit und nun würde er mir entsetzlich fehlen. Nun habe ich das Gefühl: So muss das. Und die Twin-Gitarren. einfach eine absolute Macht.

Der US-amerikanische Vierer aus Arkansas hat sich mit "Heartless" jedenfalls selbst einen Meilenstein gesetzt, der schwierig zu übertreffen sein dürfte. Der Spagat zwischen Eingängigkeit und Komplexität ist hier absolut grandios geglückt. Mir macht die Scheibe Spaß und mein Fuß will gar nicht mehr aufhören, sich im Takt zu bewegen. Virtuose Gitarreneinlagen wie beispielsweise in 'Thorns', Classic Rock-Ausflüge wie in 'Lie of Survival' und filigran kompinierte Melodien machen das neue PALLBEARER zu einem Pflichtkauf für jeden, der auf Doom Metal mit einer ordentlichen Prise Komplexität steht. Aber auch jene, die mal etwas anderes als den Metal-Einheitsbrei probieren wollen, dem sei "Heartless" wärmstens ans Herz gelegt.

Photo by Diana Lee Zadlo


Langsam erhole ich mich nun auch von dem Schlag auf die Zwölf. Doch bevor ich die Scheibe ein weiteres Mal durchlaufen lasse, bin ich abwechslungsweise mal nicht herzlos und vergebe die Höchstwertung. Sechs Blitze gibt’s von mir für das starke Teil.

Album-VÖ: 24.03.2017