(Spinefarm Records)

Fünf Mal musste ich sicherlich hingucken, bevor ich es fehlerfrei geschafft hatte, den Titel der neuen WOLFHEART-Scheibe "Tyhjyys" fehlerfrei zu schreiben. Nachdem ich diese Hürde allerdings überwunden hatte, fiel es mir umso leichter, dem Teil in seiner Gänze zu lauschen.

WOLFHEART - mir zwar ein Begriff, allerdings hätte ich die Truppe doch eher in die Schublade "New School" gepackt und damit für mich weniger attraktiv. Was soll es aber? Raus aus der Komfortzone und rein ins musikalische Vergnügen - so der Plan und so die Realität. Der erste Eindruck der Scheibe "Tyhjyys" ist der folgende: Man nehme ein Fünftel Amon Amarth, zwei Fünftel Insomnium, eine Prise Omnium Gatherum, der Rest pure Eigenständigkeit und schon hat man ziemlich genau die Schnittmenge zusammen, die WOLFHEART darstellen. Ein herrliches Potpourri aus schon mal da Gewesenem und neuen Elementen. Regt definitiv zum Kopfwippen an und macht Spaß. Schließlich fällt mir auch ein, an wen mich "Tyhjyys" erinnert, nämlich die alten Kameraden von Catamenia mit ihren finnisch-frostigen Kompositionen der frühen 2000er.

Wolfheart - Photo by Valtteri Hirvonen

In jedem Fall hat Tausendsassa Tuomas Saukkonen mal wieder alles richtiggemacht. Er scheint den lieben langen Tag nichts anderes zu machen, als Ohrwürmer zu züchten und diese auf Langrillen zu präparieren. Anspieltipps sollt ihr daher auch bekommen. So empfinde ich 'Boneyard' als eine gelungene Reminiszenz an die bereits erwähnten Catamenia, 'Call of Winter' macht keine Gefangenen und zieht einen unweigerlich in seinen melodiösen Bann. Zu guter Letzt sei 'World on Fire' genannt, der mich an Death in Fire von Amon Amarth mit deutlich mehr Keyboard erinnert. So könnte ich die Liste fortsetzen, mache ich aber nicht. Denn ihr sollt Euch das Teil ja selbst zu Gemüte führen.

Insgesamt steht bei WOLFHEART mit "Tyhjyys" ein starkes Pferd im Stall. Allerdings ein ziemlich berechenbares. Man weiß nämlich fast immer, was für ein Part im gerade laufenden Track kommen muss. Das ist aus meiner Sicht das Manko der Scheibe, denn "Tyhjyys" bedient damit auf breiter Front den Komfort-Zonen Metal, der in jeder Hinsicht bequem ist und bewusst an Komplexität spart. Da ich jedoch ein großer Freund von Überraschungen bin, kommt das ansonsten sackstarke Album daher auf vier Blitze.

Album-VÖ: 03.03.2017