(Century Media)

BODY COUNT's in the house, BODY COUNT..., ertönt es direkt in meinem Kopf wenn ich lese, dass sich Ice-T und Gefolge wieder einmal ans Werk gemacht und ein neue Crossover-Flaschenpost auf die Reise geschickt haben. Ich muss jedoch gestehen, dass solche News immer wieder die Hoffnung wecken, dass BODY COUNT mal wieder eine Scheibe produzieren, die einfach rough and raw wie zu 'Copkiller' oder "Born Dead"-Zeiten klingt. Im Jahr 2014 kam das damalige Comeback Album "Manslaughter" diesem Wunsch schon überraschend nahe. Und auch drei Jahre später enttäuschen BODY COUNT mit "Bloodlust" nicht.

Allein die Gästeliste auf dem neuen Album liest sich wie ein Who is Who des Thrash Metal. Denn neben Genregrößen wie dem allgegenwärtigen Max Cavalera, der bei 'All Love Is Lost' supportet, ist auch Lamb of God’s Frontfighter Randy Blythe mit von der Partie und zerstört bei 'Walk with Me' definitiv all rosarote Wölkchen-Attitüden und metzelt sich in den Gehörgang. Nicht nur gesanglich, sondern auch instrumental gönnen sich BODY COUNT auf "Bloodlust" ein Power-Up. Mit Megadeth Gründungsmitglied Dave Mustaine steht auch hier ein weiterer Hochkaräter mit auf der Teilnehmerliste. Dieser gibt direkt im knallharten Opener 'Civil War' ein Gitarrensolo zum Besten. Abgerundet wird der Trash Metal-Tribut auf "Bloodlust" mit einer Coverversion von Slayer’s 'Raining Blood/Postmortem'. Und das ist sogar ganz ordentlich gelungen, vor allem weil es wirklich einen deutlich BC-Touch bekommt, ohne die Wurzel des Songs zu vernachlässigen. Das Intro zu diesem Song wird von Ice-T gesprochen und er berichtet über die Entstehung von BODY COUNT und welche Einflüsse diese Entstehung beeinflusst haben.

„We used the impending doom of a group like Black Sabbath, who pretty much invented metal; the punk sensibility of somebody like Suicidal, who basically put that gangbanger style from Venice, California into the game; and the speed and the precision of Slayer, one of my favourite groups and always will be.“

Photo courtesy of Century Media

Und man kann sagen, dass eben diese Einflüsse auf dem ganzen Album zu finden sind. "Bloodlust“ ist deutlich härter und metallastiger geworden, als noch der Vorgänger. Allerdings muss man gestehen, dass mir leider nur zwei der 11 Songs auf dem Album direkt im Ohr geblieben sind. Dies ist vor allem neben dem Titelsong des Albums 'Bloodlust' die Single Auskopplung 'No Lives Matter'. In diesem Song geht auch Ice-T mal unter die Oberfläche und beschäftigt sich mit dem immer noch bestehenden Rassismus-Problem. Die Single ist auch mein Anspieltipp auf der Scheibe. Der Rest der Platte ist nicht wirklich schlecht, aber besitzt auch kein Hit-Potential. Man kann "Bloodlust" gut durchhören, ohne das einen die Langweile übermannt, aber Freudensprünge und Herzrasen produziert der 6. Studiorelease aber eben auch nur sporadisch. Aber wenn man rückwirkend über Crossover im Jahr 2017 redet, wird man sicherlich auch einen Satz über "Bloodlust" verlieren, wobei bei der Anzahl an Gästen sicherlich noch mehr drin gewesen wäre.

Ingesamt guter und solider Auftritt und von daher 4 Blitze!

Album-VÖ: 31.03.2017