(Long Branch Records-SPV)

Wenn eine Rezension erst einige Zeit nach Erscheinen eines Albums kommt, kann das verschiedene Gründe haben. In diesem Fall ist es einfach: Der Schreiberling verlor sich mit der vorliegenden Scheibe beim Durchhören in einer Unendlichkeit der Rockmusik. In einem Meisterwerk. Man sehe es ihm deshalb nach, dass folgende Worte nun erst zu euch gelangen.

Aber um wen geht es und wie kommt er darauf, mit solch großen Worten um sich zu schmeißen? Es geht um BLACK MAP und deren neuen Album "In Droves".

BLACK MAP sind sind eine post-hardcore Band aus der kalifornischen San Francisco Bay Area. Passt noch ein anderes Label? Ja! Man sollte auch das Wort „Supergroup“ fallen lassen. Und das, obwohl es um ein Nebenprojekt geht. Aber nach dem Durchhören von "In Droves" kann und will man das einfach nicht glauben. Wie kann man so etwas in einem Nebenprojekt erschaffen?

In BLACK MAP haben sich Mark Engles (Gitarrist bei DREDG), Chris Robyn (Drummer bei FAR) und Ben Flanagan (Sänger / Gitarrist auch bei THE TROPHY FIRE) zusammengefunden. Zeit haben sie, die anderen Band sind aktuell im tiefsten Winterschlaf.

2014 brachten BLACK MAP zuerst eine EP ("Driver") und dann ihre Debut LP ("…And We Explode") heraus. Schon hier zeichnete sich unfassbar Großes im Bereich der verzerrten Gitarrenmusik ab.

Große Riffs, abgelöst von unfassbar weitläufigen Klangwelten der Gitarre, mächtige Drum-Sounds unterstützt von einem groovigen, breiten Basssound und eine ehrliche Stimme die echte Geschichten zu erzählen hat, erschaffen eine energiegeladene, geradlinige Rockmusik, die so auf den Punkt ist, da dort kein Platz mehr für ein anderes Molekül ist.

Die Atmosphäre die BLACK MAP erschaffen, zieht einen in ihren Bann. Dieses Album kannst du hoch und runter hören. Und dann wieder. Und dann wieder. Immer entdeckst du neues, empfindest anders. Und jedesmal nimmt dich die Musik mit auf eine Reise. Dein Körper folgt dem Sound. Geht mit. Fühlt.

Courtesy of Long Branch Records-SPV

Was kriegt einen regelmäßig bei "In Droves"? Es sind immer wieder die übermächtigen Riffs, die man auch schon bei DREDG zu früheren Zeiten gehört hat. Viele vermissen das auch mittlerweile bei der Band. Ihnen sei BLACK MAP ans Herz gelegt. Hier klingt es nämlich so, als würde Mark Engles zu seinen Wurzeln zurückkehren und dennoch einen neuen Pfad einschlagen, die alte Härte wiederfindend. Der Sound ist markant, unverkennbar und doch wird er durch die neuen Mitstreiter weiterentwickelt. 

Fazit: Bombastische Rockmusik. Echt. Mächtig. Unendlich. Roh. Unaufhaltsam. Fordernd. Wunderschön-  BLACK MAP sind das volle Paket für jeden Rockmusik-Liebhaber. 

Leider touren BLACK MAP für 2017 lediglich in den USA. Sollten sie dennoch hier vorbeischauen, ist ein Konzertbesuch absolute Pflicht. Auch wenn man, wie der Schreiber der Rezension, Gefahr läuft, danach für einige Zeit in anderen Sphären zu weilen. Aber das ist gerade das Schöne.

Schnelleinstieg in das Album: 'Run Rabbit Run''Octavia' und 'No Color'.

Album-VÖ: 10.03.2017