Grand Hotel Van Cleef Einwohner PATRICK RICHARDT konnte uns bereist mit seinem zweiten Album vollends überzeugen. Es wurde also Zeit, den Jungen mal live abzuchecken. Gemeinsam mit CHAPLIN stand er am 13.04.2017 auf der Bühne des Hannover Musik Clubs LUX.

Gründonnerstag. Das lange Wochenende steht unmittelbar bevor. Es kann eigentlich keinen besseren Termin für ein Konzert geben. Nur leider hat es sich wohl nicht herumgesprochen, dass PATRICK RICHARDT in der Stadt ist. Grob geschätzt fünfzig Zuhörer haben sich letztendlich im LUX versammelt um RICHARDT und seiner Band Gehör zu schenken. Das tolle für die Zuhörer, die Formel umso kleiner der Rahmen, desto intimer das Konzert, ging vollends auf.

Als Support stand zunächst die Berliner Band CHAPLIN auf der Bühne. Eigentlich fünf Mann stark, gingen an diesem Abend lediglich Sänger und Gitarrist Dominic Hoffmann und Tastenmann Jonathan Klein ins Rennen. In einem knapp zwanzig minütigen Set dominierten vor allem die ruhigen Töne. CHAPLIN erinnert an Bands wie Isolation Berlin oder Element of Crime, was nicht zuletzt an Songtiteln wie 'Im Taxi Hinter Der Tram' liegt, welches direkt aus der Feder von Sven Regener stammen könnte. Bei einem Blick in den Background der Band, findet man dann auch Jakob Ilja (Ex-Element of Crime) als Produzent des aktuellen Albums. Freunden des deutschen Songwritertums der besonders ruhigen Art, sei die Band ans Herz gelegt.

Photo by Marc Erdbrügger

Für PATRICK RICHARDT war das Konzert eine Rückkehr nach Hannover. Beim letzten Date mit Niedersachsens Hauptstadt war der Krefelder Songwriter noch selbst als Supportact unterwegs und heizte für die „kleine, aufstrebende Band namens Sportfreunde Stiller“ ein. Auf die Frage ob jemand von damals heute wieder ins LUX gekommen ist, traut sich natürlich niemand den Arm zu heben. Vier Jahre ist der Supportjob bei den Münchenern bereits her, eben solange wie man auf das neuste RICHARDT Album warten musste. Zwischen den Songs erzählt RICHARDT, dass er in der Zeit einiges auf die Reihe bekommen musste, es aber inzwischen alles wieder gut sei. Oder er hat einfach „Spaß“ am sortieren gefunden.

Das heutige Set besteht aus einer gesunden Mischung der beiden RICHARDT Alben „So, Wie Nach Kriegen“ und „Soll Die Zeit Doch Vergehen“. Das Zusammenspiel der Band funktioniert wunderbar und viele Stücke können in der Liveinterpretation noch ein ganzes Stück mehr Power entfalten. 'Rotterdam', 'Soll Die Zeit Doch Vergehen', 'I.D.E.A.L', oder auch 'Planet' gehen allesamt nochmal ein Stückchen mehr nach vorne. Absolutes Highlight ist für mich jedoch der Track 'Morgenlicht', den ich zwar bereits auf Platte mochte, live kommt er aber nochmals eine Spur zackiger und gibt der Band wirklich die Möglichkeit sich auszutoben. Und bei einer Besetzung mit drei Gitarren, Schlagzeug und Bass kann man natürlich wunderbare Sounds kreieren.

Photo by Marc Erdbrügger

Wer PATRICK RICHARDT dieses Jahr noch live erleben möchte, hat u.a. an diesen Terminen noch die Gelegenheit dazu:

19.04. München, Ampere
21.04. Dresden, Beatpol
22.04. Ludwigshafen, Das Haus

27.04. Osnabrück, Kleine Freiheit (solo)
11.05. Ulm, Roxy (solo)

Supporting Sportfreunde Stiller
24.05. Saarbrücken, Garage
26.05. Dresden, Alter Schlachthof
27.05. Kiel, MAX

Weitere Termine folgen im Sommer/Herbst. Unter anderem auch eine Rückkehr nach Hannover.