(Cooking Vinyl/Sony )

Zur Einstimmung auf "Risk To Exist" habe ich zunächst nochmal die beiden Evergreens "A Ceratain Trigger" und "Our earthly pleasures" laut durch das Haus schallen lassen. Was waren das bitte für Über-Alben? Und sie können auch heute noch begeistern. Verdammt gut gealtert die Werke. Seltsamerweise ließ mit den anschließenden Werken mein Interesse an MAXIMO PARK spürbar nach. Sogar so weit, dass ich bei der Gelegenheit die Band beim Rock im Park 2014 erstmals live zu sehen, ich mich gegen MAXIMO PARK und für das Sonnenbad im Biergarten entschieden habe. Die ersten Vorab-VÖs von "Risk To Exist", stimmten mich jedoch soweit zuversichtlich, dass die Band mein erloschenes Interesse wieder entfachen könnte.

Also Ohren auf für "Risk To Exist", welches mit dem Opener 'What Did We Do To You To Deserve This?' gleich einen richtigen Hit serviert. Angenehm zurückhaltend und dennoch besitzt der Song die Trademarks eines MAXIMO PARK Tracks, welche man stets zu schätzen wusste. Da der Track zu den bereits vorab veröffentlichten Songs von "Risk To Exist" gehört, hatte man ihm bereits letzten Monat ein Video spendiert:

„This tune is fucking brilliant" findet sich als Kommentar auf Youtube unter dem Video. Dem kann ich mich eigentlich nur anschließen und die Erwartungshaltung ist damit schon mal ziemlich hoch. Der anschließende Rocker 'Get High (No I Don't)' ist auch bereits mit einem Video bebildert worden, klingt in meinen Ohren aber lediglich wie Füllmaterial.

Weiter geht es dann mit 'What Equals Love?'. Eingängig. Pop. 80S-Referenzen. Damit kann man mich derzeit ohne Probleme catchen. Aber auch viele MAXIMO PARK Fans werden sich mit der Nummer identifizieren können. Und mit dem Titeltrack gibt es dann auch den vierten Vorabtrack, welcher ebenfalls auf der Plus-Seite verbucht werden kann.

Bei der Quote 3 von 4 sollte eigentlich auch auf Albumlänge nichts mehr anbrennen. 'I'll Be Around' liefert soliden und erneut zurückgenommenen Indiepop, welcher zum Ende hin gerne mal aufs Gas treten könnte. Das macht zwar auch 'Work And Then Wait' nicht, der Track grüßt aber freundlich mit einem Pixies-Gitarrenriff. Als nächstes lässt dann 'The Reason I Am Here' aufhorchen. Die Band zeigt sich in diesem Track äußerst experimentierfreudig und lässt am Ende gar die Bläser von der Leine. Das Duo 'Make What You Can' und 'Respond To The Feeling' laufen Gefahr den Synthie-Einsatz überzustrapazieren, bekommen aber beide noch rechtzeitig vor der Ausfahrt „NERVIG“ die Kurve.

Insgesamt schalten MAXIMO PARK auf "Risk To Exist" zwei Gänge herunter. Diese Entschleunigung steht dem Quintett allerdings äußerst gut zu Gesicht. Man wird schließlich nicht jünger.

Album-VÖ: 21.04.2017