(Etage Noir Recordings)

Ihr werdet Euch jetzt sicher fragen, wie zur Hölle haben denn bitte PAROV STELAR den Eingang zum Gestromt-Kosmos gefunden. So richtig kann ich Euch das auch nicht beantworten, aber die Klickzahlen dieser Band bezüglich Streams und Downloads, Facebook-Fans und Youtube-Views sind schon wirklich beachtlich. Und wenn bei einer Party heutzutage gar nichts läuft, kann der DJ getrost zur Wunderwaffe PAROV STELAR greifen. Da wird dann auch generationsüberfgreifend das Tanzbein geschwungen. Also geben wir dem ganzen mal eine Chance.

Unter dem Pseudonym PAROV STELAR verbirgt sich Österreichs derzeit international erfolgreichster Künstler und Produzent Marcus Füreder. Seit 2004 pusht er PAROV STELAR immer ein Stückchen weiter nach oben. Das Genre "Electro Swing" erfuhr mit diesem Ausnahmekünstler und seiner Band einen schier unglaublichen Aufschwung. Tony Bennett & Lady Gaga, Marvin Gaye, Lana Del Rey, AronChupa und Brian Ferry gehören nicht nur zu den Fans des Österreichers, sondern auch zu den bisherigen Kooperationspartnern. Auch 2017 wird der Komet PAROV STELAR weiter aufsteigen, was zum großen Teil an den energiegeladenen Live-Shows liegt, welche die Band inzwischen Headline-Slots auf den begehrtesten Festivals „all over the World“ spielen lässt. Das Coachella (US), Glastonbury (UK), Sziget (HU), Hurricane/Southside,Lollapalooza Berlin (DE), Vieilles Charrues, Solidays (FR), Rock Werchter, Pukkelpop (BE), NOS Alive (PT), Untold (RO) und das Frequency (AT) sind nur einige Festivals, welche bereits von der Band bespielt wurden.

Aber genug Historie, Ohren auf für das kommende Album "The Burning Spider". Als Start gibt es den Titeltrack, welcher mit der 1982 verstorbenen Blues-Legende Lightnin Hopkins über einen besonderen Feature-Gast verfügt. Die Lyrics des Bluessängers werden passgenau in den Blues-Jazz-Hybriden eingebaut und geben für das gesamte Album die Richtung vor. Insgesamt gehört der Track zu den spannenderen Nummern auf dem Album, welches mit dem Gegensatz zwischen Blues und Swingmusik über die komplette Albumlänge spielt. Leider geht das Experiment nicht immer auf und man bekommt den Eindruck, als hätte man einfach einen flotten Beat unter bereits bekannte und teils auch zurecht vergessene Blues, Soul und Jazznummern gelegt.

Ein Song der allerdings noch deutlich heraussticht, ist 'Step Two', welcher eher an Daft Punks Großtaten der letzten Jahre erinnert, als an PAROV STELAR Nummern. Der Song ist ein Hit:

Ein ebenfalls alles übertrahlender Dance-Track kommt mit 'Mama Talking' um die Ecke. Irgendwo in der Mitte des Albums versteckt, überstrahlt diese Swing/Dance Nummer nicht nur die weiteren Nummern des Albums, sondern vermutlich alles was sich momentan so in den Dance-Charts tummelt. Wer demnächst auf einer Party als DJ arbeitet, sollte also auch diesen Song in sein Reportoire aufnehmen:

Das das gesamte Album nicht über den Stempel „Durchschnittsware“ hinauskommt liegt daran, dass einfach zu viele Nummern den Gesamteindruck nach unten ziehen und nicht mehr scheinen als 0-8-15 Fingerübungen eines angesagten Club-DJs, anstelle großartiger Musik eines Ausnahmekünstlern. 'State Of The Union' oder 'All Grown Up' seien hier nur stellevertretend für diesen Eindruck erwähnt.

Dennoch kann ich mir sehr gut vorstellen, dass die ganzen Nummern live verdammt ins Ohr und vor allem in die Beine gehen. Egal ob Disco oder Live-Konzert. PAROV STELAR wird mit diesen Tracks die Leute zum schwitzen bringen können. Aber, dass sich jemand zuhause diese Scheibe auflegen wird um Musik zu hören, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Und genau diese Tatsache haben die älteren PAROV STELAR Sachen der neuen Scheibe voraus.

Album-VÖ: 21.04.2017