(Northern Silence Productions/ Soulfood)

Eine Neuentdeckung in 2015 war für mich definitiv GHOST BATH aus North Dakota. Das Material von den Jungs war ungewöhnlich, innovativ und gleichzeitig trotzdem aggressiv und mitreissend. Eine gänzlich gelungene Mischung und ich bin neugierig, ob der Nachfolger "Starmourner" das hohe Level halten oder sogar übertreffen kann.
Die neue Scheibe beginnt mit einem seichten Klavierintro, das fast auf Klassikradio laufen könnte und es würde nicht weiter auffallen, dass das Stück eigentlich von einer Atmospheric-Black-Metal Band stammt.
Nach dem Intro bin ich, naja, unentschlossen, wie ich das finden soll, was sich da seinen Weg meine Gehörgänge bahnt. Die markanten GHOST BATH Melodien kennt man ja spätestens seit dem großartigen "Moonlover" Album. So auch hier - so weit, so gut. Aber irgendetwas will nicht stimmen. Die sind dieses Mal an vielen Stellen derart fröhlich, dass das Gekreische vom Frontmann so gar nicht passen will. Das beißt sich gehörig und ich muss erstmal durchatmen, bevor ich mich weiter in das Album wage. Gut, dass der dritte Song der Scheibe es ein wenig besser macht - 'Ambrosial' kommt definitiv dichter an meine Erwartungen. Allerdings schafft es auch dieser Song nicht, in Gänze zu überzeugen.

So höre ich mich also Song für Song durch die Scheibe und versuche Stellen zu finden, an die ich anknüpfen kann. Stellen, die mir einen Zugang zur Scheibe gewähren. Die Suche danach gestaltet sich allerdings gar nicht so einfach. Lichtblicke der Scheibe sind aus meiner Sicht 'Luminescence', 'Thrones' und 'Elysian'. Die restlichen Songs sind zwar nett, können mich aber nicht vollkommen überzeugen.

Photo by Austin Scherzberg

Das Konzept der Trilogie, für die "Starmourner" den zweiten Teil darstellt, will sich mit Freude und Fröhlichkeit befassen. Daher ziehen sich durch die Songs Melodien, die eben dieses Gefühl vermitteln. Aus dieser Perspektive definitiv keine schlecht gemachte Musik, doch wie schon erwähnt, beißt sich das gehörig mit dem Gesang, den ich mit genau den gegenteiligen Emotionen verbinde.
"Starmourner" ist es aus meiner Sicht leider nicht gelungen an das starke Vorgängeralbum anzuknüpfen. Das Konzept, überschwänglich positive Gefühle in ein Black-Metal Album zu packen ist ein innovativer Ansatz, der zunächst neugierig macht. Mich überzeugt das allerdings nicht und so nehme ich mich doch lieber wieder dem Vorgängeralbum an.

Album-VÖ: 21.04.2017