(Kick The Flame / Midsummer Records)

Die junge Stuttgarter Band AN EARLY CASCADE bringt, nach einigen EPs und einem Mini-Album, mit "Alteration" ihr zweites vollwertiges Album auf den Markt, welches den auf dem ersten Langspieler "Versus" präsentierten Sound fortsetzt und ausbaut.

Alteration
bedeutet Veränderung und stellt einen sehr passenden Titel für das neueste Werk dar. Denn der Sound der Band hat sich in den letzten zwei Jahren noch einmal merklich verändert und klingt nicht mehr nur nach dem noch auf "Kairos" präsentierten Alternative Rock á la The Mars Volta, denn auf "Alteration" lassen die fünf Mannen sporadisch auch wieder ihren ursprünglich dargebotenen Post-Hardcore aufleben und mixen das ganze mit einer Prise Prog und Punk.

So erinnern AN EARLY CASCADE mal an Muse, mal an Karnivool, mal an AFI, besitzen dabei jedoch stets genügend Eigenständigkeit, um nicht wie die Kopie einer Kopie zu klingen.

Photo by Venera Red. Photography

"Alteration" klingt international und ambivalent. Jeder der zwölf Songs steht für sich. Thematisch durch die Songs zieht sich vordergründig das Thema Selbstfindung als auch Selbstbestimmtheit. 

EInen guten Einblick in die Songs gibt der Promotext:

"So thematisiert die erste Single „Living In Exile“ das Gefühl sich nirgendwo zu Hause zu fühlen, seinen Platz nicht zu finden, nicht zu wissen wo man hingehört oder wo man sein möchte. „Desolate“ handelt vom Gefängnis der eigenen Gefühle: Von Geburt an ist man geprägt von gesellschaftlichen Paradigmen. Meinungen über Religion oder Geschlecht werden absolut gesetzt und definieren fast unbemerkt was richtig und was falsch ist. Bis man den Zugang zu seinem Inneren verliert, so dass man – erkaltet – nichts mehr an sich heran lässt und die Liebesfähigkeit des Einzelnen verkümmert. Der Song „Blue-Eyed“ ist eine Kampfansage an öffentlich vollzogene Propaganda der Medien und Politik sowie eine Hommage an gesunde Skepsis und Integrität. Mehr und mehr neigen Menschen, egal ob in Deutschland, Europa oder der USA, zu vereinfachten Erklärungen und Schuldzuweisungen, wie in der Flüchtlings- oder Abschottungspolitik, z.B. durch das Bauen von selbstsprechenden Mauern."

Man sollte sich das neueste Werk durchaus mal zu Gemüte führen, mit "Alteration" könnte den Stuttgartern der Durchbruch gelungen sein.

Album-VÖ: 05.05.2017