(Nuclear Blast)

Wenn man sich mal die folgende Frage stellt. Welche Band hat maßgeblich dazu beigetragen, Metal salonfähig zu machen? Da fallen einem sicherlich Metallica und Iron Maiden ein. Klar. Doch das ist nicht alles. Mindestens DIMMU BORGIR haben es verdient, ebenso in diesem Zusammenhang genannt zu werden. Wie sonst lässt es sich erklären, dass die Osloer Black Metaller zahlreiche renommierte Musikpreise gewonnen haben und selbst Bushido einst im Material der Norweger wilderte?

Das alles kann kein Zufall sein, auch nicht die neue Live-Scheibe "Forces of the Northern Night", die mit beachtlichen 17 Songs daherkommt. Allesamt Titel, die entweder gemeinsam mit dem Kringkastingsorkestret (dem Norwegischen Radio Orchester and Chor) oder beim Wacken Open Air gemeinsam mit dem National Czech Symphonic Orchestra entstanden sind. Man darf sich also sicher auf ein orchestrales Feuerwerk freuen, das seines gleichen sucht.

Klar, alle Songs sind bekannt, aus der Richtung gibt es definitiv keine Überraschung. Dennoch sind die „Neuinterpretationen“ der Titel eine gelungene Sache. Gerade weil klassische Musik und Metal gar nicht so weit voneinander entfernt sind. Beide stellen komplexe Formen von Musik dar, auf die man sich einlassen muss und für die man ein Gehör entwickeln muss.

Courtesy of Nuclear Blast

Ich jedenfalls höre "Forces of the Northern Night" sehr gerne, denn die Mischung passt wirklich gut. Es ist nämlich ein Riesenunterschied, ob 'Vredesbyrd' oder den Gassenhauer 'Mourning Palace' mit Samples oder mit der Unterstützung eines ganzen Orchesters genießt. Die Streicher klingen viel authentischer und organischer, der Chor bringt eine angenehme Harmonie ins Spiel.

Insgesamt ist "Forces of the Northern Night" für mich eine Scheibe zum Zurücklehnen, -sehnen und genießen. Der Sound und die Umsetzung sind - und das ist wohl das einzig richtige Wort zur Beschreibung - bombastisch.

Album-VÖ: 28.04.2017